
Es ist heute kaum noch ungewohnt, morgens vom Signalton des Smartphones geweckt zu werden und die künstliche Intelligenz zu fragen, was an diesem Tag ansteht. Der Komfort wächst, doch immer häufiger verlieren wir dabei aus den Augen, wo sich unser eigener Geist gerade befindet. Inländische und internationale Meditierende sowie Wissenschaftler kommen nun zusammen, um Antworten auf diese Fragen zu suchen.
Das Jonghak-Forschungsinstitut der Akademie für buddhistische Studien an der Dongguk-Universität unter Leitung von Sunim Jeongdo veranstaltet die Meditationskonferenz und das Seon-Meditationskonzert der 7. Seoul International Meditation Expo 《2026: Gemeinsam erwachen》. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus. Die Veranstaltungen finden vom 17. September (Donnerstag) bis zum 18. September (Freitag) zwei Tage lang in der Namsan Hall im dritten Stock des Hauptgebäudes der Dongguk-Universität statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Detaillierte Informationen zum Programm und die Anmeldung sind auf der offiziellen Website (mind.dongguk.edu) sowie auf Instagram möglich.

Je schneller die Technik wird, desto weiter gerät der Geist ins Hintertreffen
In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz Entscheidungen übernimmt und Algorithmen unsere Vorlieben vorwegnehmen, hört man immer häufiger, dass uns zunehmend die Zeit fehlt, in uns selbst hineinzuschauen. Die diesjährige Konferenz wurde mit dem Ziel konzipiert, diesen Freiraum zurückzugewinnen. Praktizierende, Wissenschaftler und Fachleute aus dem In- und Ausland kommen zusammen, um die Bedeutung und den Wert der Seon-Meditation im Zeitalter von Technologie und Wissenschaft zu beleuchten und ihre Wirkung auf den Bereich von Kultur und Kunst auszuweiten. Sie untersuchen, wie künstliche Intelligenz und Spitzentechnologien menschliche Entscheidungen und den Alltag beeinflussen, und erörtern gemeinsam, welche Rolle Seon-Meditation dabei spielen kann, Selbstreflexion und innere Ruhe zurückzugewinnen.
Erster Tag: Die alte Frage im Zeitalter der KI neu gestellt
Die Konferenz am ersten Tag beginnt am 17. September um 13 Uhr und steht unter dem Thema „Seon-Meditation im Zeitalter von Technologie und Wissenschaft“. Sunim Su-bul, Leiter des Anguk Seon Centers und Honorarprofessor an der Dongguk-Universität, eröffnet die Vorträge mit der Frage „Warum brauchen wir im Zeitalter der KI erneut die Ganhwa-Seon-Meditation?“. Anschließend spricht Minas Kafatos, Professor für Computational Physics an der Chapman University, über „Das Wesen des Geistes“. Shizuka Sasaki, emeritierter Professor der Hanazono-Universität, widmet sich aus seiner Perspektive der „Bedeutung des Buddhismus in der KI-Gesellschaft“. Auch der emeritierte Professor Yoo Ki-joon von der Sangji-Universität gehört an diesem Tag zu den Vortragenden.
Zweiter Tag: Die Sprache des Wohlbefindens, die Meditation vermittelt
Ab 10 Uhr am 18. September wechselt das Thema zum „Wellness-Wert der Seon-Meditation“. Im Mittelpunkt stehen die Schnittstellen von Meditation und psychischer Gesundheit, Mitgefühl, Frieden und Achtsamkeit. Sunim Yongta, Vorsitzender der Happy Village Foundation, eröffnet die Vorträge mit „Buddha und Haeojuui“. Ihm folgt Rashad Aliyev, Assistenzprofessor an der ADA-Universität in Aserbaidschan und Leiter des dortigen Innovationszentrums. Am Nachmittag spricht Thubten Tendar, Leiter des Nonviolence Summer Institute an der University of Rhode Island in den USA, über „Die Wirkung von Mitgefühlsunterricht für Studierende“. Ahn Hee-young, Leiterin des Koreanischen MBSR-Achtsamkeitsinstituts, fragt in ihrem Vortrag „Welchen Weg soll die koreanische Meditation einschlagen?“ und erörtert, welche praktischen Möglichkeiten Meditation im modernen Leben bietet.

Zwischen Klang und Stille: Eine Nacht mit dem Seon-Meditationskonzert
Nach Abschluss des wissenschaftlichen Programms beginnt am 18. September um 16.30 Uhr am selben Ort das Seon-Meditationskonzert. Entlang der „Zehn Ochsenbilder“, die den Weg eines Praktizierenden auf der Suche nach dem Ochsen darstellen, treffen koreanische traditionelle Musik und moderne Klänge auf einer gemeinsamen Bühne zusammen. Das Publikum erlebt dabei mehr als ein Konzert: Wer den Klängen folgt, findet vielleicht unvermittelt zu einem Blick nach innen. Als partizipative Inszenierung führt die Veranstaltung zwischen Musik und Stille hin und her und lädt dazu ein, dem eigenen Geist zu begegnen. So wird das Expo-Motto „Gemeinsam erwachen“ zu einer Erfahrung, die viele Menschen miteinander teilen.
Wie sich die Tür zum Geist öffnet
Alle Programme der Veranstaltung, darunter die Meditationskonferenz und das Seon-Meditationskonzert, werden auch live über den offiziellen YouTube-Kanal übertragen. Wer nicht vor Ort sein kann, kann die gleiche Frage zur gleichen Zeit auch über den Bildschirm teilen. Wer in einer immer schneller werdenden Welt kurz innehalten und mit sich selbst ins Gespräch kommen möchte, findet in der dritten Septemberwoche in der Namsan Hall der Dongguk-Universität vielleicht einen ersten Hinweis auf die Antwort.
Anfragen zum Artikel: fare3041@naver.com
