
Im Oktober, wenn der Herbst in seine tiefere Phase geht, füllt sich ein Bergdorf in Sangju, Provinz Gyeongsangbuk-do, drei Tage lang mit Trommelklängen und Tanz. Das von der Körperschule und den Dorfkünstlern gemeinsam veranstaltete „Tanzmeditationsfestival 2026 und Gensing“ findet vom 9., dem Tag der koreanischen Schrift, bis zum 11. Oktober im Kulturklassenzimmer von Oeseo-myeon in Sangju statt.
Statt zu kämpfen, ins Zentrum: Das Leitmotiv des Festivals
Das diesjährige Thema lautet „Ins Zentrum des Taifuns (Jump In The Center)“. In ihrem Einladungstext vergleicht das Organisationsteam eine Zeit, in der Unsicherheit und Lethargie, Wut und Angst über die Menschen hinwegfegen, mit einem Taifun. Je stärker man sich widersetzt und kämpft, desto schwerer findet man heraus – deshalb lautet der Vorschlag, in das stille Zentrum hineinzuspringen. Die Sichtweise, dass der Mensch zugleich das körperlichste und das geistigste Wesen ist, zieht sich durch das gesamte Programm.
Zwei Tage und eine Nacht, um den Körper zu öffnen: das Tanzmeditationsfestival
Das Programm A, das Tanzmeditationsfestival, beginnt am 9. Oktober um 13 Uhr und endet am 10. Oktober um 13 Uhr. Zum Auftakt des ersten Teils am ersten Tag zeigt der Zirkuskünstler Ahn Jae-hyun seine Einrad- und Seiltanzperformance „Burn (BURN)“. Es folgen ein Drum Circle mit 100 Trommeln, das Nervensystem-Bewegungsspiel „Dancing Talk“, das den Körper lockert und Menschen miteinander verbindet, sowie die dynamische Meditation „9 Waves“.
Im zweiten Teil steht das Objekttheater „Lichtstrahlkind, wieder ein Segen“ auf dem Programm, das auf einer Legende aus dem Dorf Beoreumbaemi in Sangju beruht. Auf die Bühne gebracht wird ein Willkommensritual, das das kleinste Wesen wieder in die Gemeinschaft aufnimmt. Für den folgenden Vormittag ist eine Abschlussaufführung vorbereitet, in der die Sufi-Drehtanzmeditation „Ins Zentrum des Taifuns“, Seungmu und große Trommeln zusammenkommen.




Trauma und Familie im Gensing-Workshop begegnen
Das Programm B, der „Gensing-Familienaufstellungs-Workshop“, beginnt nach dem Ende des Festivals am 10. Oktober um 15 Uhr und dauert bis zum 11. Oktober um 14 Uhr. Als Leitgedanke steht ein Satz von Carl Jung über dem Workshop: „Wenn eine innere Situation nicht bewusst gemacht wird, erscheint sie außen als Schicksal.“
Der Workshop besteht aus drei Sitzungen. Zunächst werden Unbewusstes und Systeme mithilfe von Bewegungsaufstellungen (Movement Constellations) betrachtet, anschließend geht es um das Zusammenspiel von somatischer Wahrnehmung, Trauma und Karma. Die Lebensthemen, die die Teilnehmer mitbringen – von alltäglichen Schwierigkeiten über Beziehungen zu Familie und Partnern bis hin zu Krankheit, Arbeit und beruflicher Orientierung – bilden das Material. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt; anmelden können sich ausschließlich Festivalteilnehmer.

Die Menschen auf der Bühne
Geleitet wird das Programm von Kim Yong-ryang, Leiter der Körperschule und Ausbildungssupervisor für Familienaufstellungen. Mit dabei sind Lee Young-yong, musikalischer Leiter der westafrikanischen Baratan-Musik und Vorsitzender des Koreanischen Drum-Circle-Verbands, Jeong Ki-bok, Großtrommler und Somatikpädagoge, sowie Kang Yun-hee, Seungmu-Performerin und TRE-Anbieterin. Auch das Team der Körperschule und zehn Dorfkünstler aus der Region Sangju treten auf.
Das Tanzmeditationsfestival ist ein zentrales Programm der Körperschule. 2018 fand es am Fuß des Jirisan statt und präsentierte ein Format, das Musik, Tanz und Meditation miteinander verband.
Informationen zur Teilnahme
Zeitraum: Freitag, 9. Oktober 2026, bis Sonntag, 11. Oktober 2026
Ort: Kulturklassenzimmer, 55-1 Gagok-ri, Oeseo-myeon, Sangju, Provinz Gyeongsangbuk-do
Veranstalter: Körperschule, Dorfkünstler
Anmeldeformular: https://forms.gle/85RPcdNBiD9QodiW7
