Vom Surfen bis zur Sternenhimmel-Meditation: Über 60 Tempel bieten diesen Sommer ein spezielles Temple-Stay-Programm

Foto: Korea Foundation for Buddhist Culture
Foto: Korea Foundation for Buddhist Culture

Vom Surfen bis zur Sternenhimmel-Meditation: „Jeolchangs“ – der Tempel-Urlaub für den Sommer

Rund 50 Tempel im ganzen Land, 60 „Sommer-Sonder-Temple-Stays“ im Juli und August

Der Sommer ist da – selbst still zu sitzen, lässt den Schweiß laufen. Immer mehr Menschen wollen ihre Ferien nicht in überfüllten Erholungsorten verbringen, sondern in einer stillen Tempellandschaft mit Bergen, Tälern und dem Meer ganz in der Nähe. Die Korea Foundation for Buddhist Culture teilte mit, dass sie von Juli bis August in landesweit rund 50 Tempeln 60 Programme für „Sommer-Sonder-Temple-Stays“ anbietet.

Die diesjährigen Summer Temple Stays sind in Ferien- und Freizeitformate, familienorientierte Erlebnisse für Kinder, „Healing“-Formate für junge Leute, Meditations- und Übungsformate sowie regionale, besondere Kultur- und Erlebnisangebote gegliedert. Die Auswahl reicht von Tagen, die mit dem Nervenkitzel beim Zerschneiden der Wellen locken, bis zu Tagen, an denen man einfach ohne viele Worte ausruht – je nach Geschmack.

Ferien- und Freizeitformate mit Blick auf Tal und Meer

Als Programm, das zuerst ausgebucht sein dürfte, gilt die Freizeitvariante. Der Tempel Naksansa in Yangyang (Gangwon) bietet im Juli und August an elf Terminen ein Surf-Temple-Stay an. Das Angebot kombiniert Surf-Unterricht durch professionelle Trainer mit Wellenmeditation, Klangmeditation und einer Yoga-Variante mit 108 Verbeugungen. Zum dritten Mal in diesem Jahr gestartet, ist es unter jungen Leuten ein jedes Jahr schnell ausgebuchtes Publikumsliebling.

Der Tempel Ssanggyesa in Hadong (Gyeongnam) hat zudem ein Temple-Stay unter dem Motto „Hitzeschock, Abkühlung – ein Tempel als Rast!“ vorbereitet: Zuerst geht es per Jet-Ski-Rafting auf dem Seomjingang, der am Fuß des Jirisan fließt, danach folgt ein Spaziergang durch das beschauliche Tal- und Sehenswürdigkeitsgebiet Bulgils. Der Tempel Yakcheonsa in Seogwipo (Jeju) bietet ein Segelerlebnis, das das Meer im Abendlicht teilt. Der Tempel Gwanmyeongsa in Jeju stellt ein Taucherlebnis im Meer sowie „Blue Mind“-Meditation am Meer in den Mittelpunkt. Der Tempel Sununsa in Gochang (Jeonbuk) verbindet Wanderungen im Seonunsan mit Plauderei bei einem Lagerfeuer, außerdem Yoga und Seon-Simsa (Klärblick) aus Lehre durch Mönche – so wird Körper und Geist gemeinsam entspannt.

Mit Kindern, mit der Familie: Den Ferien ihren Platz geben

Für Kinder und Jugendliche sowie für Familien in den Ferien gibt es Programme überall im Land. Der Tempel Magoksa in Gongju (Chungnam), der Tempel Tongdosa in Yangsan (Gyeongnam), der Tempel Naewonjeongsa in Busan sowie der Tempel Mujaksa in Gwangju organisieren Kinder-Sommercamps für Buddhismus und Tempelcamp. Der Tempel Beopjusa in Boeun (Chungbuk) sowie die Tempel Eunhaesa in Yeongcheon (Gyeongbuk), Naesosa in Buan (Jeonbuk) und Daheungsa in Haenam (Jeonnam) führen Programme durch, in denen Familien gemeinsam traditionelle Kultur erleben.

Das Angebot umfasst außerdem den „Self-Presenting Sun Speech“-Workshop für Oberstufenschüler im Grundschulalter im Tempel Yookjijangsa von Yangju (Gyeonggi), die „Sommerwald-Schule“ im Tempel Bongseonsa in Namyangju sowie ein Temple-Stay in der Form einer Exkursion zu Kulturerbestätten im Tempel Sudeoksa in Yesan (Chungnam). Damit haben Kinder mehrere Optionen, um ihren Ferientag sinnvoll zu füllen.

Ruhe für ein intensives Jugendleben

Auch für junge Leute, die im Alltag erschöpft sind, ist reichlich Raum eingeplant. Der Tempel Yongyeonsa in Gangneung (Gangwon) richtet sich mit dem „Jjak Temple Stay“ auf neue Begegnungen für die Generation 2030, der Tempel Yongheungsa in Damyang (Jeonnam) bietet „Neonari“ für Studenten und Studienanfänger sowie für junge Leute, die kurz innehalten und ausruhen wollen. Auch der Tempel Daewonsa in Sancheong (Gyeongnam) startet ein sommerliches Sonderprogramm speziell für junge Leute. Spaziergänge im Wald aus Koreanischer Zeder, Meditation im Tal, heilendes Yoga und das Bewundern des Sonnenaufgangs machen jeden Tag dicht gefüllt.

Meditations- und Übungsformate: Leeren und füllen

Wenn man die eigentliche Faszination eines Temple Stays ganz tief spüren möchte, passen die Meditations- und Übungsformate. Der Tempel Songgwangsa in Suncheon (Jeonnam) veranstaltet ein Sommer-Trainingsgespräch mit Sitz-, Gehens- und Liegeformen (Jwa-seon, Haeng-seon und Wason), und auch die restliche Zeit füllt man mit freier Übung wie Lesen, Spaziergängen oder dem Schreiben von Sutren (Saseong). Der Tempel Cheongnyangsa in Bonghwa (Gyeongbuk) führt im „Gyejeonghye“-Erlebnis-Temple-Stay Übungen vor, bei denen man Regeln, Konzentration und Weisheit buchstäblich mit dem Körper lernt: begleitet werden 108 Verbeugungen, eine Meditation über Dankbarkeit und ein Programm zum Sternebeobachten. Der Tempel Yonghwasa sowie das Buddhasenwon, das internationale Linienzentrum (International Seon Center) und der Tempel Dogapsa öffnen Zeiten, in denen man in sich hineinspürt – mit Seon-Simsa (klare Meditation), Singbol-Meditation (Klangschalen) und Meditation im und mit Tee (Cha-Meditation).

Außergewöhnliche Erlebnisse: Je Tempel eine andere Farbe

Wer eine klare Vorliebe hat, sollte die regionalen, besonderen Kultur- und Erlebnisformate genauer ansehen. Der Tempel Seogosa in Jeonju (Jeonbuk) bietet „Camp Temple Stay“: Auf dem Dachgarten (Rooftop) in einem Zelt blickt man auf den Sonnenuntergang und den Sternenhimmel und verbringt eine Nacht dort. Im Tempel Yongmunsa in Yangpyeong (Gyeonggi) gibt es ein Temple-Stay mit Tempelessen, das man selbst zubereitet und probiert. Der Tempel Seonamsa in Suncheon (Jeonnam) bereitet „Bulmeong“ vor – ein Temple-Stay, bei dem man beim Anblick von Feuer aus Holz die Gedanken teilt – sowie Spaziergänge auf einem Weg aus ungebranntem Ocker (barfuß). In den Tempeln sind die Eigenheiten klar herauszuschmecken: ein Erlebnis mit traditionellem Hanji-Papier im Tempel Songgwangsa in Wanju (Jeonbuk), ein Konzert mit Mückennetz-Musik im Tempel Hwaeomsa in Gurye (Jeonnam), dazu ein Nordkonzert im Tempel Seokbulsa und sogar ein spezielles Temple-Stay für Fotografen.

Bild: bereitgestellt von Korea Foundation for Buddhist Culture
Bild: bereitgestellt von Korea Foundation for Buddhist Culture

Reservierung und Teilnahmehinweise

Ilhwa (Mönch Il-Ye) von der Korea Foundation for Buddhist Culture sagte: „Sommer-Sonder-Temple-Stays sind mehr als nur eine Reise. Inmitten der Natur und der Tempelkultur können Körper und Geist wieder zu sich finden.“ Er fügte hinzu: „Ich hoffe, dass in diesem Sommer viele Menschen in den Bergen- und Tempelwelten die brütende Hitze hinter sich lassen und bei sich das passende Maß an Ruhe entdecken.“

Die Details zu den Sommer-Sonder-Temple-Stays und die Zeitpläne lassen sich auf der offiziellen Website der Temple-Stay-Programme (templestay.com) einsehen; auch Reservierungen laufen über dieselbe Website. Da beliebte Tempel schnell ausgebucht sind, ist es ratsam, sich für interessierte Programme frühzeitig zu informieren. Bevor die überfüllten Erholungsorte dicht sind, wird der Sommer, in dem man ein oder zwei Tage in einem tausendjährigen Tempel verweilt, zu einer Erinnerung werden, die lange trägt.