Koreanische Leserinnen und Leser: 890 Menschen nennen Bücher, die ihr Leben verändert haben – Präsentations-Event zu den „Spiritual-Best-50“

Es gibt einen Moment, in dem ein einziges Buch einen Menschen verändert. Es lässt den Groll los, an dem man lange festgehalten hat, bringt aufgeschobene Entscheidungen auf den Weg und verkleinert bisweilen auch die Angst, die man dem Tod gegenüber empfand. So ein Buch hat die Richtung des Lebens tatsächlich gedreht. Welche Bücher nennen koreanische Leserinnen und Leser als das, was sie verändert hat?

Auf diese Frage antworteten 890 Menschen. Das Ergebnis der Umfrage „「Die Spiritual-Best-50: Bücher, die das Leben der Koreaner verändert haben」“, gemeinsam ausgerichtet von „Healing News“ zusammen mit dem Meditations-Hotspot „Mindsight“, der gemeinnützigen Gesellschaft „Mind Lab“, „Innercity“ und „Chaekchunam TV“ sowie durchgeführt von „Korea Research“, wurde veröffentlicht. Es ist nicht so, dass die Rangliste nach Verkaufszahlen aufgestellt wurde; vielmehr haben die Leserinnen und Leser selbst die Bücher benannt, die ihr Leben verändert haben. Damit gilt sie als erster Versuch in Korea.

„Buch, das das Leben verändert“ – genannt von 890 Menschen

Die Untersuchung lief einen Monat lang vom 15. Mai 2026 bis zum 14. Juni 2026. Insgesamt nahmen 1.314 Menschen teil; davon machten 890 gültige Antwortende Angaben dazu, welches Buch den größten Einfluss auf ihr Leben hatte. Sie wählten ihre Plätze 1 bis 3. Zur Festlegung des Endrankings wurden die Gewichtungen addiert: Platz 1 erhielt 5 Punkte, Platz 2 3 Punkte und Platz 3 1 Punkt. Eine Person stellte dabei gewissermaßen drei Bücher heraus, die sie in irgendeiner Phase ihres Lebens gepackt hatten – so enthält die Liste nicht nur Geschmackspräferenzen, sondern auch die Chronik von Wendepunkten.

Platz 1: „Unterhaltungen mit Gott“ – und die Top 10

Das Buch mit den meisten Punkten war „『Unterhaltungen mit Gott』“ von Neale Donald Walsch (Arumdrimi), das 285 Punkte erhielt. In der Form eines Dialogs mit Gott entfaltete es, wie es mit Leben und Tod, mit Beziehungen und Vergebung geht. Das Buch wurde in Korea über lange Zeit gelesen – und belegte so den ersten Platz.

Auf Platz 2 folgte „『In dieser einen kostbaren Gegenwart leben』“ von Eckhart Tolle, ebenfalls mit 280 Punkten. Platz 3 wurde mit 236 Punkten von „『Die befreite Seele』“ von Michael A. Singer belegt (Writing House). Zwei Bücher, die jeweils getrennt darauf eingehen, wie man in der Zeit „jetzt“ verweilt – und wie man die Gewohnheiten des Herzens beobachtet. Beide werden seit langem als Einführungslektüren für Meditation geschätzt.

Es folgten auf Platz 4 „『Das Erwachen des Lebens』“ (Eckhart Tolle), Platz 5 „『Reality Transurfing』“ (Vadim Zeland), Platz 6 „『Unsterblichkeit』“ (Yi Gak Sunim), Platz 7 „『Loslassen』“ (David Hawkins), Platz 8 „『Es wird so kommen, wie es soll』“ (Michael A. Singer), Platz 9 „『Revolution des Bewusstseins』“ (David Hawkins) und Platz 10 „『Unermeßlichkeit / Grenzenlosigkeit』“ (Ken Wilber). Damit waren die Best 10 komplett. In einer einzigen Liste standen weltweite moderne Klassiker der Spiritualität ebenso wie Werke eines buddhistischen Mönchs aus Korea – und dazu Theorie-Schriften, die sich mit Bewusstsein und Achtsamkeit befassen.

Der am häufigsten genannte Name: Eckhart Tolle

Unabhängig von den Büchern trat auch die Präsenz der Autorinnen und Autoren deutlich hervor. Am häufigsten wurde Eckhart Tolle genannt: 154 Mal. Danach folgten Michael A. Singer (101 Mal), Neale Donald Walsch (71 Mal), David Hawkins (70 Mal) und Vadim Zeland (68 Mal). Tolle schaffte es, zwei Titel gleichzeitig in die Spitzengruppe zu bringen – und wurde damit als der Autor bestätigt, der bei koreanischen Leserinnen und Lesern am tiefsten verankert ist. Dahinter reihten sich Ken Wilber, Tich Nhat Hanh Sunim, Kim Sang-woon, Hermann Hesse und Beopjeong Sunim ein. So hatten sowohl westliche Psychologie als auch östlicher Buddhismus des Vorankommens, Literatur und Meditation ihren gleichmäßigen Platz.

Warum jetzt: Spiritualitätsbücher

Wer die Liste durchblättert, erkennt: Die Grenzen zwischen Religionen werden undeutlich. Meditation und Achtsamkeit, Bewusstsein und Selbstreflexion, Philosophie und Religion mischen sich selbstverständlich in eine einzige Antwort. Das bedeutet: Es geht nicht um Lehrbücher einer bestimmten Glaubensrichtung, sondern darum, dass Bücher aus den Lebenswenden heraus in die Nennung geraten sind.

Der Geschäftsführer Ham Yeong-jun vom gemeinsamen Kooperationsverein „Mind Health Way“ betrachtete Spiritualität nicht nur als große, mystische Erfahrung. Seine Erklärung lautet: Es gehe um tiefe Schichten des Herzens – darum, wer man eigentlich ist, was man festhalten sollte und was man loslassen muss, und wie man angesichts von Leid und Tod leben sollte. Genau dafür gibt es auch in einer Zeit, in der KI Antworten übernimmt, den Grund, warum Menschen noch immer Buchseiten umblättern.

Teilnehmende bei der Präsentationsveranstaltung der Spiritual-Best-50-Bücher, die das Leben der Koreaner verändert haben.
Teilnehmende bei der Präsentationsveranstaltung der Spiritual-Best-50-Bücher, die das Leben der Koreaner verändert haben.

Am 3. Juli: Spiritualitätsverleger und Meditations-Experten im „Lounge Acasa“

Die Umfrageergebnisse wurden erstmals am vergangenen 3. Juli bei einer Offline-Präsentation im „Seoul Lounge Acasa“ offengelegt. An diesem Tag waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der inländischen Spiritualitätsverlagslandschaft dabei, darunter der „Mental World Sa“-Verlag, der die Untersuchung ursprünglich vorgeschlagen und sogar ein Leser-Event im Wert von 2,5 Millionen Won mitgesponsert hatte, sowie die führenden Vertreter von Shanti und Kim Young-sa und „Mind Health Way“.

Die Menschen, die an dieser Präsentationsveranstaltung für Spiritualitätsbücher teilnahmen, waren größtenteils Fachleute, die in Meditation und im Bereich Spiritualitätsverlage arbeiten. Deshalb war es ein seltener Anlass, bei dem man sich begrüßen und austauschen konnte – unter Leuten, die zu Außenveranstaltungen sonst eher selten gehen. Dass unterschiedliche Verlage an einem Tisch saßen und den Zusammenhang zwischen Leser und Buch noch einmal Revue passieren ließen, füllte diesen Abend nicht mit Konkurrenz, sondern mit gegenseitigem Verstehen – ein ungewöhnliches Bild.

Der Veranstalter im gemeinsamen Rahmen sagte, dass die Umfrage eine Bedeutung daraus ziehe, dass sie breit diejenigen Bücher erfasse, die das reale Leben von Leserinnen und Lesern verändert haben. Zugleich richtete sich die Hoffnung darauf, dass das Ergebnis zu einer Wegweisung werde, um neue Spiritualitätsbücher zu entdecken, und auch für die Verlagsbranche und die Lesekultur eine sinnvolle Referenz darstelle.

Der Ergebnisbericht, der die Rangliste der gesamten Best 50 sowie die Nennungssituation nach Autorinnen und Autoren enthält, kann über das Projektteam eingesehen werden. Irgendwo in der Liste könnte man zudem noch einmal genau den Titel wiederfinden, der einen selbst in einer vergangenen Zeit verändert hat.