
Der Storytelling-Klavierkonzert von der Pianistin Shin Eun-gyeong 〈Erzähl mir den Klang, Körper〉 findet am Sonntag, dem 31. Mai, um 16:00 Uhr in der Aula im 4. Stock der The Shops Gallery in Jageok-ro, Gangnam-gu, Seoul, statt. Nach der Bühne im JCC Art Center im Februar eröffnet sich dieses Mal ein weiterer Ort: die The Shops Gallery, ein komplexer Kulturraum, der von POSCO E&C betrieben wird.
Wenn der Klang beginnt, eine Reise des Körpers zu entfalten
Die Pianistin Shin Eun-gyeong, die dieses Konzert geplant hat, stellt die Frage: „Wie betrachten wir unseren Körper, wie erlauben wir uns, so zu leben?“ Der Körper zeigt und enthüllt vieles, ohne Worte. Wir fühlen, erinnern und leben durch unseren Körper. Doch es gibt kaum genug Zeit, die Geschichte, die der Körper erzählt, langsam zu hören.
Der Untertitel des Konzerts lautet: „Der Klang beginnt die Reise des Körpers.“ In einem kurzen Satz ist das Wesen dieser Bühne vollständig enthalten. Musik erreicht zwar die Ohren, doch die eigentliche Reise beginnt in dem Moment, in dem dieser Klang irgendwo im Körper ankommt. Feine Vibrationen, die sich über die Schultern, die Brust und die Fingerspitzen ausbreiten. So wird der Körper der Zuhörenden gewissermaßen zum zweiten Instrument der Musik.
Das erinnert an die Praxis der Meditation, bei der man dem Atem folgt. Zwischen Ein- und Ausatmen, zwischen Ton und Ton, in diesen kleinen Zwischenräumen begegnet man sich selbst – endlich. Dieses Konzert bietet genau den Rahmen für diese Begegnung.
Musik des Verweilens – nicht der Analyse
Seit 2018 führt Shin Eun-gyeong die Reihe der Storytelling-Klavierkonzerte fort. Das ist eine Bühne, die die Hürde beiseite räumt, dass klassische Musik nur dann Freude macht, wenn man sie kennt – und stattdessen einfach Zeit zum Zuhören und Verweilen vorschlägt. Die kurzen Geschichten, die zwischen den Stücken eingeflochten sind, sind eher eine Art Atemraum zwischen Atem und Atem als eine bloße Wegbeschreibung. Sie geben dem gerade gehörten Musikstück Zeit, sich im Körper irgendwo zu verankern, und sie helfen dabei, das innere Gefühl zu formen, um der nächsten Musik entgegenzugehen.
In der Wegbeschreibung dieser Bühne steht: „Über das Hören mit den Ohren hinaus führen wir Sie so, dass Sie Musik erfahren können, als würde sie in die Haut eindringen – mit dem Körper.“ Wenn man sich von einem Ort zurückzieht, an dem man analysiert und bewertet, wird die Musik erst zu einem echten Sinneseindruck. Es ist ein Moment, in dem Achtsamkeit (Mindfulness), die in der Meditation gelehrt wird, sich ganz natürlich über die Musik öffnet.
Meditation des Zuhörens
Sound Meditation ist eine Praxis, bei der man die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Klang oder eine bestimmte Vibration richtet und den Geist in Ruhe versetzt. Das Instrument Klavier kann an sich schon ein Werkzeug der Meditation sein. Der klare Beginn, wenn der Hammer die Saiten trifft, das lange Nachklingen, und die Stille, die darauf wartet, dass der nächste Klang kommt. Jeder einzelne Ton holt das Bewusstsein – wie ein Mantra – in den gegenwärtigen Moment.
Die kurzen Geschichten, die die Stücke miteinander verbinden, helfen dabei, den Atem des Publikums zu ordnen. In jedem Moment, in dem die Musik aufsteigt und wieder abklingt, bleiben Worte still liegen und begleiten so, dass der Geist der Zuhörenden nicht durcheinandergerät. Es ist nicht nur Zeit, um Stückerklärungen anzuhören, sondern eher ein Prozess, in dem man den eigenen Körper dafür öffnet, Musik tiefer aufzunehmen.
Von der Barockzeit bis zur Moderne – ein Atem, der nicht abreißt
Die Reihe der Storytelling-Klavierkonzerte spannt auf einer einzigen Bühne sowohl europäische klassische Musik als auch koreanische Musik mit neuen Kompositionen auf. Diese Programmgestaltung zieht sich in einem einzigen Atemzug von der Barockzeit bis zur Moderne. Die Bühne beginnt mit den verfeinerten Melodien von Rameau und Bach, weitet dann beim Weg über Beethoven den Klang der Gefühle aus und lässt die Wellen in der Musik von Schumann und Chopin auf und ab rollen. Wenn Brahms und Bülow ankommen, füllt sich der Raum mit Wärme; die Melodien von Volkom und Morricone ziehen sich wie eine Szene aus einer alten Erinnerung durch die Zuhörerschaft und steuern auf den Schluss zu. Dieses Konzert wurde so geplant, dass es nicht bei der Vergangenheit stehen bleibt, sondern zu einem Gefühl werden soll, das in dieses Jetzt – in unser Leben – hineinreicht.
Dieser Fluss ähnelt einer langen Meditationssitzung: die anfängliche Ordnung, das leise Aufwallen in der Mitte, die Güte und die Einsicht im hinteren Teil. Eine Zeit, in der man nichts unterdrückt und nichts festhält – sondern einfach zulässt, dass es fließt. Wenn die Bühne am Ende dieses durch einen Atem verbundenen Prozesses anlangt, begegnet das Publikum sich auf seine eigene Weise – ein- oder mehrmals – selbst.
Musikmeditation in Jageok-dong, Gangnam – in der The Shops Gallery
Die The Shops Gallery ist ein komplexer Kulturraum in vier Etagen, der von POSCO E&C betrieben wird. Die 2023 im September unter dem Namen „The Shops Gallery 2.0“ neu eröffnete Fläche startete ursprünglich als Ausstellungsbereich für Wohnkultur. Heute ist sie als Kulturplattform mitten in der Stadt etabliert – mit kuratierten Ausstellungen, Vorträgen und Musikaufführungen das ganze Jahr über. Die Architektur nutzt das robuste Baumaterial von POSCO, dazu kommen gewölbte Außenwand-Paneele und Glass Curtain Walls sowie thematische Gärten innen und außen, die eine entspannte Atmosphäre wie in einem Park mitten in der Stadt vermitteln. Da der SRT-Bahnhof Su-seo in der Nähe liegt, finden sich auch von außerhalb – aus der Provinz – häufig Besucher ein.
Die Aula im 4. Stock, in der das Konzert stattfindet, ist vom Raumgefühl her weniger eine große Konzert-Halle als vielmehr eine Größe, bei der die Atmung der Musiker und die Bewegungen der Hände über den Tasten viel näher herankommen. Wenn am Sonntag um 16:00 Uhr das letzte Licht der Woche schräg hinter den gewölbten Außenbereich fällt, beginnt die Musik.
Die Pianistin Shin Eun-gyeong sagt: „Ich möchte die Empfindungen teilen, die ich in den letzten drei Jahren entwickelt habe, indem ich meinen Körper bewusst eingesetzt habe, zusammen mit der Musik. Durch die Musik, die ich mit dem Körper gelernt und mir eingeprägt habe, möchte ich die Frage ‚Wie möchte ich meinen Körper betrachten und annehmen?‘ gemeinsam mit dem Publikum erkunden.“
Dieses Konzert ist keine Meditationszentrale und kein Tempel, sondern „Sound Meditation als Kunst“ – ein Ort, in dem Architektur, Natur und Musik gemeinsam verweilen. Es ist ein Rahmen, in dem man sich nicht bemühen muss, Musik zu verstehen. Sie müssen nur auf dem Stuhl Platz nehmen, den Atem in Einklang bringen und darauf warten, dass der erste Ton fließt. Am Ende der Aufführung wird jede Person sich merken, welche Musik welche Nuancen hinterlassen hat – in ganz unterschiedlichen Bildern.
Eine Zeit, in der man Musik mit dem Körper versteht – und eine Zeit, in der man sich vollständig mit dem eigenen Inneren verbindet – darauf können Sie sich freuen.
Da dieses Konzert kostenlos ist, kann es schnell ausgebucht sein, daher lohnt sich eine frühzeitige Anmeldung.
