Der Moment, in dem Meditation das Gehirn verändert: Sondersvortrag mit Olaf Blanke, einem weltweit führenden Gehirnforscher, eingeladen von KAIST

Wenn man den Atem ruhig stellt und die Augen schließt, kommt der Moment, in dem die vertraute Grenze des „Ich“ sich langsam zu verflüssigen beginnt. Diese Veränderung, von Menschen berichtet, die sich auf tiefe Meditation einlassen, erklärt der weltweit renommierte Gehirnforscher Olaf Blanke (Olaf Blanke) selbst – als präzise Wirkung, die das Gehirn hervorbringt, nicht als mystisches Erlebnis.

KAIST (Präsident Lee Kwang-hyung) teilte mit, dass gemeinsam mit dem Institut für Meditationswissenschaft und der Abteilung für Kognitions- und Neurowissenschaften vom 6. Mai (Mittwoch) bis zum 7. Mai (Donnerstag) zwei Tage lang im Konferenzraum des KAIST-Hauptcampus im Metakonvergenzgebäude ein Sondersvortrag mit dem Gastprofessor Olaf Blanke von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) stattfinden wird.

Ein Pionier der Neurobiologie des Selbstbewusstseins: Olaf Blanke

Professor Blanke ist Direktor des Instituts für Kognitive Neurowissenschaften der EPFL (LNCO) und Lehrstuhlinhaber für Kognitive Neurophilosophie der Bertarelli-Stiftung. Als Pionier auf dem Gebiet der Neurobiologie des Selbstbewusstseins (neuroscience of self-consciousness) gilt er als führende Person, die wissenschaftlich aufklärt, wie der Mensch seinen eigenen Körper und sein Selbst wahrnimmt.

Er hat sensorische Phänomene wie Halluzinationen und das Gefühl, dass der eigene Körper sich wie der eines anderen anfühlt, in der Sprache der Neurowissenschaften beschrieben. Forschungen, die zeigen, dass man auch bei gesunden Menschen durch die Kopplung bestimmter Reize am Gehirn mittels Robotik-Geräten und Virtual Reality (VR) vorübergehend Halluzinationen erleben kann, in denen man das Gefühl hat, dass jemand neben einem ist, fanden in der Wissenschaftswelt große Resonanz. Diese Leistung bildet eine zentrale Grundlage dafür, Halluzinationssymptome objektiv bei Parkinson-Patienten zu messen und digitale Therapeutika zu entwickeln.

Derzeit ist er außerdem außerordentlicher Professor an der Abteilung für Neurowissenschaften des Universitätsklinikums Genf und ist auch in der klinischen Praxis tief eingebunden. In dem Bereich der Kognitiven Neurophilosophie, der grundlegende Laborforschung mit der Behandlung realer Patienten verbindet, erzielt er herausragende Ergebnisse.

Vorträge in zwei Strängen über zwei Tage

Die Veranstaltung wird in zwei Tracks durchgeführt: ein akademisches Seminar für Fachforschende und ein öffentlicher Vortrag für Bürgerinnen und Bürger.

ZeitThemaZielPerson5. Juni (Mi) 13:00Technodelics: Die Verbindung von Robotik, Virtual Reality und Neurowissenschafts-Technologien zur Erzeugung, Erkennung und Messung von Halluzinationen und zur Auslösung von Demenz bei Parkinson-PatientenFachforschende7. Juni (Do) 14:30Die Gehirnforschung des Selbstbewusstseins – Meditation als PraxisBürgerinnen und Bürger

Der erste Tag befasst sich mit „Technodelics (Technodelics)“. Der Begriff ist eine Wortschöpfung aus „Technology“ (Technologie) und „Psychedelics“ (psychedelische Substanzen). Er bezeichnet neue Forschungsansätze, bei denen mithilfe moderner Technik bestimmte Sinneseindrücke künstlich reproduziert werden, um deren Ursachen zu analysieren.

Die tiefe Ebene der Meditation – erklärt in der Sprache der Wissenschaft

Der öffentliche Vortrag am 7. Mai setzt dort an, wo viele Menschen – die Meditation praktizieren – früher oder später bereits einmal Erfahrungen gemacht haben. Sobald man in tiefe Meditation eintaucht, kommt der Moment, in dem sich das Gefühl des Selbst verändert oder in dem man innere Sinneswahrnehmungen wie Atmung und Herzschlag anders als im Alltag wahrnimmt.

Professor Blanke sucht die Ursache dieser Veränderungen darin, dass sich die Art und Weise unterscheidet, wie das Gehirn verschiedene Sinnesinformationen – sowohl von innen als auch von außen – integriert. Außerdem werden die neuesten Ergebnisse von Forschungen vorgestellt, die beschreiben, wie Meditationspraxis die Netzwerke des Selbstbewusstseins im Gehirn neu organisiert und die psychische Gesundheit stärkt. Es ist eine Gelegenheit, diese Entwicklung vor Ort direkt zu hören, in der Meditation, die bislang oft als subjektives Erleben betrachtet wurde, in den Bereich der objektiven Neurowissenschaften erweitert wird.

Kim Wan-doo, Direktor des KAIST-Instituts für Meditationswissenschaft, sagte: „Dieser Vortrag, in dem Professor Olaf Blanke aus der Perspektive eines Gehirnforschers die Bedeutung der Meditation direkt erklärt, wird Bürgerinnen und Bürgern, die sich für Meditation interessieren, wissenschaftlich fundierte und zugleich tiefgehende Einblicke geben.“

Die Vorträge werden mit koreanischer Simultanübersetzung durchgeführt, und die Teilnahme ist für die Öffentlichkeit ohne gesonderte Kosten möglich.

Die Anmeldung zur Teilnahme ist über den Informationslink des KAIST-Instituts für Meditationswissenschaft sowie über den QR-Code auf dem Poster möglich.