Shanti-Verlag: Neues Buch „Was bin ich, wenn nichts los ist?“

Da gibt es Menschen, die den Tag scheinbar mühelos ausfüllen können, ohne dass ihnen etwas fehlt – und dennoch ist da in einer Ecke des Herzens ständig ein leeres Gefühl.

Sobald man etwas in die Hand bekommt, melden sich sogleich neue Sehnsüchte. Vergleiche, Bedauern und Angst lassen sich kaum je beruhigen. Nun ist ein Buch erschienen, das diese vertraute Unersättlichkeit direkt in den Blick nimmt.

Der Shanti-Verlag hat am 10. Juni sein neues Buch „Was bin ich, wenn nichts los ist?“ veröffentlicht.

Von Av Neryah geschrieben und von Kang Hee-woo (강희우) ins Deutsche übertragen, ist es ein praktischer Ratgeber mit dem Untertitel „25 Übungswege, die jenseits des Ego zur vollständigen Erweckung führen“ – mit dem Kern dessen, was Bewusstseins-Yoga ausmacht.

Ein einziger Satz auf dem Cover verdichtet den Ton des ganzen Buchs. „Fürchte dich nicht, ein Wesen zu werden, das nichts ist. Erst wenn nichts ist, kannst du ganz werden.“

Warum sind wir immer nach etwas durstig?

Das Buch beginnt mit Fragen, die sich wohl jeder schon einmal an das Herz gelegt hat.

Warum vergleichen wir unablässig, urteilen und möchten den anderen kontrollieren? Warum hören Reue, Sorge und Angst nicht auf? Der Autor verortet die Wurzel dafür im „Egoego“. Das falsche Ich, das sich als Selbstdarstellung tarnt, und das Trennungsgefühl, das aus dem Glauben „Ich bin dieses eine Körperding“ entspringt – so lautet seine These – sei der Ausgangspunkt allen Leidens.

Alle Wesen, die in die Welt geboren werden, müssen Erfahrungen mit „mir“ und „dir“ machen. Der Autor nennt dieses Empfinden der Trennung ein fundamentales Trauma. Der tiefe Glaube, dass man vom Ganzen abgeschnitten wurde, und das Gefühl, selbst nicht vollständig zu sein – aus dieser Mangelempfindung wachsen die endlose Suche nach Geld und Ruhm, nach Erfolg und Besonderheit. Solange das Ich-Gefühl lebendig ist, bleibt es laut der Erkenntnis, dass selbst noch so lange Meditation und spirituelle Errungenschaften weiterhin im Bereich des Ego verhaftet sind, bedrückend nah.

Der Spuk stirbt nicht – man erkennt nur, dass er eine Täuschung ist

Das Buch geht einen Schritt weiter auf dem Weg zur Auflösung des Ego. Das Ego, das stark zu wirken scheint, fürchtet vor allem seinen eigenen Tod, weil es glaubt, eine eigene Individualität zu besitzen. Auch wir, die uns mit dem Ego identifizieren, tragen diese Angst in voller Intensität mit. Das liegt daran, dass wir davon ausgehen, der Körper verschwinde – und damit auch „ich“. Der Autor fragt nüchtern nach: Wie sollte ein Spuk sterben können? Ein Spuk kann nur erkennen, dass er selbst eine Illusion war.

Wenn man all die Hirngespinste des Ego mit einem leeren Bewusstsein betrachtet, durchzieht das Buch eine Paradoxie: Ganz werden kann man erst in einem Zustand, in dem nichts ist.

Was bleibt, wenn das „Ich“ abgelegt ist

Wenn das Ego verschwindet, bleibt nicht „der Tod des Ich“. Auch nachdem Gedanken und Erinnerungen, Gefühle und Persönlichkeit sowie Gegenstände wie Beruf und Besitz als all die Anhängsel weggefallen sind, gibt es dennoch etwas, das weiterhin wahrnimmt und existiert – und zwar die Erweckung von dem, was als Selbsterwachen verstanden wird, also das Erwachen des Selbst. Der Autor schreibt dazu: „Auch ohne Gedanken, auch ohne Gefühle, auch ohne Körper existiere ich noch immer.“ Das Verbleibende ist reine Wahrnehmung (Awareness) – und damit das wahre „Ich“.

Wenn man in diesem Zustand vollständiger Erweckung bleibt, tauchen zwar schmerzhafte Gedanken auf – doch man identifiziert sich nicht mehr mit ihnen. Man wird zu einem Punkt des Bewusstseins, der aus der Distanz zusieht: ohne zu unterdrücken, ohne zu kämpfen, und einfach hinschaut. Der Autor sagt, mit zunehmender Tiefe der Übung verschwindet sogar dieser „Zuschauer“; man geht dann in ein nicht-duales Bewusstsein über, in dem nur noch Wahrnehmung vorhanden ist.

Nicht auf dem Meditationskissen, sondern mitten im Leben

Die Tugend dieses Buches liegt darin, dass es nicht bei Spekulationen stehen bleibt. Der Autor stellt 25 nicht-duale Übungsanweisungen vor, die dazu führen sollen, in reines Bewusstsein einzutreten. Zugleich betont er wiederholt, dass die Praxis nicht nur auf dem Meditationskissen stattfindet. Das Einüben, Ärger hochkommen zu lassen und sich davon zu lösen, das Einüben, alles loszulassen, bis nichts mehr zu lassen ist – beides sickert in jeden Augenblick des Alltags ein.

Auch die Hinweise auf Fortschritt sind freundlich formuliert. Wenn das Leben im Vergleich zur Zeit zuvor friedlicher und freudiger wird, wenn das Stimmengewirr im Kopf abnimmt und die Zeit, in der man im Hier und Jetzt verweilt, zunimmt – ohne sich anstrengen zu müssen –, dann ist das ein Signal dafür, dass die Übung reift.

Von der falschen Identität bis zur Befreiung: Drei Stufen des Wegplans

Das Buch besteht aus drei Teilen mit insgesamt 22 Kapiteln. Teil 1 „Falsches Ich“ legt Identität und Taktik des Ego offen und entlarvt spirituelle Fallen. Schon die Kapitelüberschriften wie „Ego, mein langjähriger Freund“ oder „Spiritualität kann zum Spielplatz des Ego werden“ wecken Neugier. Teil 2 „Wahres Selbst“ führt die Leserinnen und Leser über „Auch ohne etwas zu haben, bin ich noch da“ zu einer Stufe, in der nicht-duale Praxis direkt geübt wird. Teil 3 „Befreiung“ setzt die Reihe fort mit „Aufgeben“, „Nichts als nichts“ und „Das Herz des Bewusstseins“ – und öffnet die letzte Tür auf dem Weg zur Vollendung des Erwachens.

Bücher, die zuerst von Leserinnen und Lesern auf der ganzen Welt entdeckt wurden

Die Reaktionen aus dem Ausland zeigen gut, welche Art von Buch es ist. Bei Amazon gab es ein breites Lob: „Es lehrt, wie man die raffinierten Täuschungen des Ego erkennt, die die größte Hürde einer spirituellen Reise sind, und wie man sich daraus befreit.“ Eine Leserin oder ein Leser, der seit über 30 Jahren auf seinem spirituellen Weg ist, beschrieb es als „ein juwelenhaftes Buch, das man auf diesem Weg getroffen hat“. Auch das Urteil, dass die philosophischen Erklärungen knapp den Kern treffen und sich die Übungswege ohne komplizierte Anstrengung direkt umsetzen lassen, findet sich häufig. Ebenso fällt die Empfehlung auf, dass das Buch für Suchende, die sich blockiert fühlen oder den Weg verloren haben, als Wegweiser dient.

Autor Av Neryah und Übersetzer Kang Hee-woo

Der Autor Av Neryah hat sein Leben der Verwirklichung der endgültigen Befreiung gewidmet und Menschen wahrer Sucherinnen und Sucher mit dem Erwachen in Kontakt gebracht. Ohne sich an eine bestimmte Tradition zu binden, hat er vielfältige spirituelle Traditionen und Übungswege tief erlebt. Mit seinem kraftvollen und direkten nicht-dualen System führt er Menschen auf dem Weg zum Erwachen. Die englische Erstausgabe dieses Buches erschien unter dem Pseudonym Santata Gamana (산타타 가마나) . Unter anderem veröffentlichte er mehrere Bücher, die nicht-duale Praxis zum Thema haben, darunter „Samadhi: The Forgotten Eden“, „Turiya: The God State“ und „Kundalini Exposed“.

Der Übersetzer Kang Hee-woo studierte Englisch und Englischliteratur und arbeitete als Englischlehrer. In seinen frühen Dreißigern stieg er in die Meditation ein und ist selbst ein Praktizierender, der in den vergangenen rund 30 Jahren Yoga und Seon (Zen) praktiziert hat. Während er englischsprachige Originalwerke für seine Yoga-Praxis suchte und las, begegnete er den Büchern von Av Neryah. Er wollte seine Erkenntnisse und Übungswege koreanischen Leserinnen und Lesern vorstellen – und übernahm daher die Übersetzung. Er hat bereits Deepak Chopra’s „Perfect Health“ ins Koreanische übertragen. Spirituelle Fachbücher sind eine Übersetzung wirklich wert – und da das Buch von einem Praktizierenden übersetzt wurde, wird man ihm vertrauen können.

Für Menschen, die auf dem Weg der Praxis den Ich-Gefühl-Komplex nur schwer loslassen können, und für alle, die die reale und die nicht-reale Ebene wirklich voneinander unterscheiden wollen, wird dieses Buch ein liebevoller, zugleich fester Wegbegleiter sein.

Der Preis beträgt 17.000 Won, und das Buch ist in 49 Fachbuchhandlungen im ganzen Land erhältlich.