
Die Menopause kommt nicht nur mit körperlichen Veränderungen. In dieser Phase werden der Schlaf flacher und die emotionale Ausschlagbreite größer. Was Frauen in dieser Zeit am meisten zu schaffen macht, ist jedoch jenes „Wanken im Inneren“, das sich nicht in Zahlen fassen lässt. Nun liegt ein umfangreiches Analyseergebnis vor, das untersucht, welche Hilfe eine Achtsamkeits-Trainingsform in dieser Phase psychische Schwierigkeiten abfedern kann.
Zehn Studien zu einer Gesamtschau gebündelt
Das Forschungsteam am King’s College London hat in der internationalen Fachzeitschrift „Frontiers in Global Women’s Health“ (Frontiers in Global Women’s Health) im Juli 2026 eine Studie veröffentlicht, die den Einfluss achtsamkeitsbasierter Interventionen auf den psychischen Zustand von Frauen in der Menopause analysiert.
Die Untersuchung lief nicht als einzelne Experimente, sondern nach dem Prinzip der Zusammenführung bestehender Studien. Das Team führte eine systematische Literaturübersicht und eine Meta-Analyse gemäß den PRISMA-Richtlinien durch. Analysiert wurden acht randomisierte kontrollierte Studien und zwei quasi-experimentelle Studien – insgesamt also zehn Arbeiten. Die in die Auswertung einbezogenen Teilnehmerinnen waren 1.270 Frauen mit natürlicher Menopause. Die Erstautorin ist Flavia Bonfadini, die korrespondierende Autorin Mark Kennedy. Als wichtigste Bewertungskriterien dienten Teilbereiche der lebensbezogenen Qualität rund um die Menopause; bewertet wurden Angst, Depression und kognitive Funktionen. Wenn die Messinstrumente übereinstimmten, führte das Team zudem eine explorative Meta-Analyse mit Random-Effects durch, um den Effekt der Achtsamkeitsinterventionen als integrierte Schätzung zusammenzuführen.

Am deutlichsten zeigte sich die Veränderung in der Lebensqualität
Den größten Effekt fand die Analyse bei der psychoso zialen Lebensqualität im Zusammenhang mit der Menopause. Der als Kennziffer für die Effektstärke verwendete Wert Hedges g lag bei -1,06 und entsprach damit einer großen Verbesserung; die statistische Signifikanz betrug p〈0,001. Insgesamt zeigte sich: Wurden Achtsamkeitsinterventionen eingesetzt, ergaben sich in der Lebensqualität deutliche Verbesserungen. Vor allem deutet das Ergebnis darauf hin, dass sich emotionale Belastungen und soziale Bedrängnis im Zusammenhang mit der Menopause insgesamt abschwächten.
Die psychoso ziale Lebensqualität erfasst jene Bereiche, die Frauen in der Menopause im Alltag tatsächlich als stabilere emotionale Sicherheit empfinden, etwa auch die Zufriedenheit bei der Bewältigung von Beziehungen und Rollen. Die Resultate sprechen dafür, dass sich nicht nur die Symptome selbst verändert haben, sondern auch die Art, wie man mit ihnen lebt.
Bei Angst und Depression war der Effekt kleiner
In derselben Auswertung fiel das Ausmaß der Verbesserungen bei Angst- und Depressionswerten im Vergleich relativ gering aus. Das bedeutet: Achtsamkeit wirkt nicht in gleicher Größenordnung auf alle psychischen Symptome in der Menopause.
Das Forschungsteam erklärte, es müsse diese Unterschiede weniger als Ersatz für bestehende Therapien verstehen. Vielmehr sei Achtsamkeit als ergänzender Ansatz zu begreifen, der die Lebensqualität stützt.
Die Aufgaben, die das Team hinterlässt
Das Team nennt zugleich Punkte, die sich in Folgestudien prüfen lassen. Kognitive Funktionen sollen mit anerkannten Instrumenten unabhängig bewertet werden. Es soll untersucht werden, wie lange der Effekt anhält – je nach Intensität der Achtsamkeitspraxis. Außerdem empfiehlt das Team, Studiendesigns einzuführen, die bestehende Therapien direkt vergleichen.
Auch dass bislang nur zehn Studien in die Auswertung einbezogen wurden, müsse bei der Interpretation der Ergebnisse mit berücksichtigt werden.
Welche Fragen die Studie für das Management der Menopause in Korea aufwirft
Auch in Korea wird die psychische Gesundheit von Frauen in der Menopause als ein Standbein im Umgang mit Beschwerden in der Übergangsphase betrachtet. Der Zugang konzentrierte sich dabei vor allem auf Hormontherapien und Anpassungen des Lebensstils. Die vorliegende Analyse zeigt nun numerisch, welche Rolle Trainings zur Arbeit mit dem „Geist“ in dieser Phase für die Lebensqualität spielen können.
Damit entsteht für inländische Einrichtungen, die Meditationsprogramme betreiben, und für Gesundheitsförderungszentren in Krankenhäusern ein zusätzlicher Anhaltspunkt, den sie nutzen können, wenn sie eigenständige Kurse für Frauen in der Menopause konzipieren.
Verfasst auf Grundlage der Forschungsergebnisse, die im Juli 2026 in „Frontiers in Global Women’s Health“ veröffentlicht wurden.
