
26 Kilometer südlich von Agadir, an der Straße in Richtung Essaouira, liegt bereits das kleine Küstendorf Imi Ouaddar. Hier treibt der Atlantik unablässig Wellen an die Küste. An diesem Küstenabschnitt liegt das Paradis Plage Surf Yoga & Spa Resort, eine Anlage mit Yoga-Shala, Surfhaus und Spa auf demselben Gelände. Der typische Tagesablauf beginnt mit Sonnenaufgangsyoga, tagsüber geht es auf die Wellen, und am Abend lockert Yin-Yoga den Körper. Die Kurse sind so aufgebaut, dass auch Menschen ohne Vorerfahrung bereits am ersten Tag in diesen Rhythmus finden.
Eine von drei Generationen der Familie aufgebaute Unterkunft am Strand
Die Geschichte des Paradis Plage begann in den 1960er-Jahren. Eine Familie entdeckte diesen Küstenabschnitt und stieß auf das damals dort bestehende kleine Strandhotel. 1975 stieg sie in das Hotelgeschäft ein. Die heutige Form des Paradis Plage Resort entstand 2010. Auf seiner offiziellen Website schreibt das Resort, dass damals drei Generationen am Betrieb beteiligt waren. Die Unterkunft befindet sich nicht im Besitz einer externen Hotelgruppe, sondern wird als Familienbetrieb geführt. Sie bezeichnet sich selbst als Marokkos erstes Öko-Resort.
Auch beim Umweltschutz sprechen die Zahlen für sich. Seit 2016 trägt das Resort das internationale Umweltzertifikat Clef Verte und unterstützt in Zusammenarbeit mit der Surfrider Foundation Strandreinigungen. Für die Architektur werden einheimische Pflanzen verwendet; die Materialien stammen nach Angaben des Resorts aus einem Umkreis von höchstens 30 Kilometern.

Yoga- und Pilateskurse auf drei Hektar und an einem fünf Kilometer langen Strand
Die Anlage erstreckt sich über drei Hektar, der Strand vor dem Resort ist fünf Kilometer lang. Alle Unterkünfte sind mindestens als Suiten angelegt. Zur Auswahl stehen Juniorsuiten mit 62 Quadratmetern, Premiumsuiten mit 72 Quadratmetern, Prestige-Suiten mit 90 Quadratmetern, 90 Quadratmeter große Strandbungalows sowie Villen mit drei Schlafzimmern und 150 Quadratmetern Wohnfläche. In den Villen können bis zu sieben Personen übernachten. Die Gesamtzahl der Zimmer weist die offizielle Website nicht aus.
Auf 3.000 Quadratmetern wurde ein eigener Wellnessbereich eingerichtet. Er umfasst ein Spa, eine Sauna, ein Hallenbad, einen Infinity-Außenpool, ein Fitnessstudio, ein Fitnessstudio für Kurse sowie Räume für Yoga und Pilates. Hinzu kommen vier Restaurants und drei Bars.

Dreimal täglich Yoga und Atemübungen am Mittwoch und Samstag
Die Yoga-Shala liegt an einem Hang auf der Meerseite. Durch die großen Glastüren wirkt der offene Raum unmittelbar mit dem Atlantik verbunden. Der Unterricht findet dreimal täglich statt. Das Sonnenaufgangsyoga um 7 Uhr folgt einem aktiven Ablauf mit Sonnengrüßen, der den Körper in Gang bringt. Die Sensory-Yoga-Stunde um 8.30 Uhr hat den Charakter eines Workshops, in dem die Ausrichtung der Körperhaltungen vermittelt und an die einzelnen Teilnehmer angepasst wird. Das Sunset-Yoga um 17.30 Uhr folgt dem Ansatz des Yin-Yoga und legt den Schwerpunkt auf Entspannung und Meditation.
Atemübungen finden mittwochs und samstags um 17.30 Uhr als eigener Kurs statt. Das Resort beschreibt diese Einheit als Praxis der bewussten Atmung. Ein eigenständiges Meditationsprogramm ist auf der offiziellen Website nicht gesondert aufgeführt. Diese Funktion übernehmen die Entspannungs- und Meditationselemente des Sunset-Yoga sowie die Atemübungen. Die Kurse stehen ausdrücklich allen Niveaus offen; auch Menschen, die noch nie Yoga gemacht haben, können teilnehmen. Die festangestellten Lehrer betreuen sowohl Gruppen- als auch Einzelstunden.
Erholung zwischen Wellen, Pools und vier kulinarischen Erlebnisorten
Der Tag in dieser Anlage endet nicht mit einer einzigen Meditationsstunde. Im hauseigenen Surfhaus werden 90-minütige Surfkurse angeboten; Bretter und Rip-Curl-Neoprenanzüge sind im Unterricht inbegriffen. Der Strandabschnitt vor dem Resort ist exklusiv für die Gäste reserviert, Liegen, Sonnenschirme und Handtücher werden bereitgestellt.
Auch für die Erholung im Wasser gibt es mehrere Möglichkeiten. Das Hallenbad und der Infinity-Außenpool sind von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Für die Sauna gelten dieselben Öffnungszeiten. Spa-Behandlungen werden täglich von 8 bis 19.30 Uhr nach vorheriger Reservierung angeboten. Das Fitnesscenter ist sieben Tage die Woche rund um die Uhr geöffnet – auch wer wegen des Jetlags früh wach wird, kann es nutzen.
Ein typischer Tagesablauf könnte so aussehen: Um 7 Uhr beginnt der Tag mit Sonnenaufgangsyoga, anschließend geht es zum Frühstück ins L'Océan. Am Vormittag steht ein Surfkurs auf dem Programm oder ein Platz am privaten Strand. Mittags gibt es im Le Chiringuito eine leichte Mahlzeit, danach geht es an den Pool. Am Nachmittag ist Zeit für eine Spa-Behandlung oder die Sauna. Um 17.30 Uhr folgt Sunset-Yoga; mittwochs und samstags kann man stattdessen an der Atemübung teilnehmen. Da Pool und Sauna um 19 Uhr schließen, verlagert sich der Abend anschließend zum Essen.
Die vier gastronomischen Angebote haben jeweils ein eigenes Profil. Das Le Chiringuito ist eine Strandbar, die Poke Bowls und gegrillten Fisch serviert. Die Le Lounge ist ein ungezwungener Ort mit Schwerpunkt auf Cocktails. Le Vingt-Sept bietet marokkanische und internationale Küche sowie vegetarische Gerichte. L'Océan ist für das Frühstücksbuffet zuständig. Vegetarische, vegane und glutenfreie Gerichte stehen ebenfalls auf der Karte, sodass auch Menschen mit Ernährungseinschränkungen Auswahl haben.



Es gibt verschiedene Pakete: Yoga-Urlaub, Yoga-und-Spa-Pakete, Yoga-und-Surf-Pakete, ein Kombipaket mit Spa, Surfen und Yoga sowie reine Spa-Pakete.
Ein Blick auf die Pakete zeigt: Je länger der Aufenthalt, desto geringer fällt der Preis pro Tag aus. Zwischen dem zweitägigen und dem fünftägigen Yoga-Urlaub liegen 950 Dirham, wobei das fünftägige Paket deutlich mehr Kurse umfasst. Wer mehr als fünf Tage bleibt, erhält somit ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als bei einem zweitägigen Aufenthalt zum Kennenlernen.

Wer mit Kindern reist und zugleich Spa, Yoga und Erholung am Strand genießen möchte
Für bestimmte Reisende ist das Resort besonders geeignet. Es passt zu Menschen, die Yoga und Surfen gemeinsam ausprobieren möchten, zu Familien, die mit Kindern reisen und sich trotzdem Zeit für Spa und Yoga reservieren wollen, sowie zu allen, für die der Strand im Mittelpunkt der Erholung steht. Wer wegen der langen Flugreise mindestens eine Woche bleiben kann, profitiert zudem von der Gestaltung der Pakete.
Für andere Bedürfnisse ist der Ort dagegen weniger geeignet. Wer in völliger Stille eine ruhige, intensive Praxis sucht, wird hier nicht das Richtige finden. Das Rauschen der Wellen ist allgegenwärtig, außerdem gibt es eine Surfschule und Bars. Empfohlen werden kann das Resort daher vor allem Menschen, die Erholung und Übungen miteinander verbinden und ihren Aufenthalt genussvoll gestalten möchten.
Wer vollkommene Ruhe in den Bergen sucht, ist im Landesinneren, etwa im Atlasgebirge, besser aufgehoben. Auch für Menschen, die einen von einem Lehrer geleiteten Schweigeretreat oder einen festen Tagesablauf suchen, hat dieser Ort einen anderen Charakter. Es gibt keine verpflichtenden Kurse; an jeder Einheit kann man freiwillig teilnehmen.
Die Region um Agadir bleibt auch im Winter mild. Zwischen November und März kommen viele Menschen aus Europa hierher, um Sonne zu tanken. Bei der Reiseplanung lassen sich die Jahreszeit mit geeigneten Wellen für Surfanfänger und das ganzjährig stattfindende Yogaangebot gemeinsam berücksichtigen. Wer unter der warmen Wintersonne eine echte Auszeit sucht und Strandyoga mit einem entspannten Übungsprogramm verbinden möchte, sollte diese Reise einmal erlebt haben.
Anfragen zum Artikel: fare3041@naver.com
