2026 Seoul International Buddhist Expo: 250.000 Menschen sind begeistert – und die Expo endet in großem Erfolg

Am vergangenen Freitag: Seoul, COEX, Halle B. Obwohl es vormittags an einem Wochentag war, bildete sich schon am Eingang eine lange Schlange. Die von der Zeitung „불교신문“ (Won Heo-sun) organisierte „2026 Seoul International Buddhist Expo“ fand vom 2. bis 5. April in Seouls COEX (Halle B) statt. An der inzwischen zum 14. Mal ausgerichteten Veranstaltung kamen in vier Tagen rund 250.000 Menschen zur Messe. Das ist ein neuer Spitzenwert. Man konnte nicht einmal im eigenen Tempo gehen, sondern musste sich im großen Gedränge einfach mitziehen lassen. Und mehr als die Hälfte der Besucher waren Menschen im Alter von 20 bis 30.

„Von der Leiden-Station zur Verwirrung-Station zur Nirwana-Station“ — Buddhismus mit Humor

Die am Eingang des Ausstellungsbereichs angebrachte „Nirwana-Linienkarte“ verdichtete die Stimmung der diesjährigen Messe auf einen Blick. In Form einer U‑Bahn-Linienkarte für Seoul zeigte diese Hinweistafel eine Reise: Ab der Station des Leids, über die Station der Verwirrung, bis zur Station des Nirwana. Der aktuelle Standort wurde als „You Are Here“ markiert.

Der Moment, in dem das Gelächter losbricht, war bereits der Moment, in dem der Buddhismus in die Alltagssprache von mir eingezogen ist.

Das diesjährige Thema der Messe lautete: „Farbe ist genau Leerheit, Leerheit ist genau Farbe — spiele mit der Leerheit, die du magst.“ Der gesamte Ablauf der Ausstellung war wie ein „Gong-Spiel“ mit der Leerheit gestaltet: Beim Eintritt bekam man Münzen, um das „Spiel mit der Leerheit“ zu starten; man nahm an einem Programm mit Fragen und Antworten mit den Mönchen teil; und man erlebte den „Glücks‑Leerheit“-Moment sowie Erfahrungen rund um das Gelübde der Leerheit. Nicht indem man die Lehre in einem Seminarraum paukte, sondern indem man sie beim Spiel mit dem Körper ganz natürlich aufnahm.

„Alle Gier entsteht aus Anhaftung. Bleib anhaftungsfrei — und bleib ganz fest bei dir zu Hause.“

„Weil es im Leben davor viel Karma gab, ist das Job‑Problem auf ‚UP‘ gegangen“ „im Einsatz, beim Karma‑Abarbeiten“

Ideen, die jede Vorstellungskraft übertreffen, füllten die Stände in den unterschiedlichsten Formen. Ein Gag, der plötzlich ernst wird und richtig „klickt“ — so klingt die Sprache des Buddhismus in dieser Zeit.

„Täglich in Wiedergeburt“ — Buddhismus als Alltagssprache der MZ‑Generation

Vor dem Stand der „Haetal Company“ bzw. HIPBUZ klaffte keine Lücke: Die jungen Leute standen Schlange. Ich habe sogar auf den Eintritt verzichtet, weil man schon allein beim Betreten des Standes warten musste. Illustrationen eines Buddhas auf einem Surfbrett, T‑Shirts mit der Aufschrift „Täglich in Wiedergeburt“ und sogar Comic‑Illustrationen, die sinngemäß zeigen: „Als wäre man, nachdem man fertig war, tot zur Arbeit gegangen — und lebt nach Feierabend wieder zu Hause“ — dazu Goodies, die die Emotionen widerspiegelten, die die Generation 2030 jeden Tag spürt. Schon mit dem Start der Ausstellung löste das einen regelrechten Verkaufssturm aus.

Im Stand von BUDDHA LAND waren überall junge Menschen zu sehen, die blaue karierte Fähnchen schwenkten. In dem „Bori“-Merch‑Shop begrüßte der niedliche Glatzkopf‑Charakter „Bori“ die Besucher mit einer Stempelkarte und einem „Mind Reset“-Kit.

Auch Merch, der überhaupt nicht nach „buddhistischer Ware“ aussieht, war im Grunde mit der Lehre verbunden. Der Kaffee‑Stand, an dem man Bohnen mit einer Mühle mahlt, deutete diese Handlung als „Kaffee, der Verunreinigungen fortmahlen“ an. In der Teestube namens „Chalna Baragi“ wurden außerdem bunt fermentierter Tee verkauft — serviert in Weingläsern. Und in dem Moment, in dem das buddhistische Konzept „Chalna (刹那)“ ganz selbstverständlich in eine moderne, markentaugliche Sprache überging.

So geht man im Hip‑Buddhismus vor: Man drängt niemanden. Es ist einfach schön, macht Spaß, und man fühlt sich verstanden — und es sickert ganz in den Alltag ein.

Ein Dhamma‑Talk, der die Herzen der 20‑Jährigen erreicht hat

Im Inneren der Messe lief gerade ein „Dhamma‑Talk“. Der Mönch hielt das Mikrofon, während auf dem Bildschirm dieser Satz zu lesen war.

„Warum studiert man gerade jetzt den Buddhismus — wegen des erbitterten Wettbewerbs, der relativen Armut und des Mangels. Man will dem Leiden entkommen und sich frei fühlen. Denn man braucht Selbsterkenntnis und innere Ruhe.“ Die Besucher, die dieser Erzählung des Mönchs zustimmend zuhörten, waren allesamt junge Leute in ihren 20ern — denn genau sie interessierten sich so stark für den Buddhismus.

Der AI‑Buddha, der beliebter ist als der Buddha im Tempel — plus Erlebnis des Ordenslebens (Auszug)

Auf dieser Buddhismus‑Messe kamen nicht wenige Besucher, um den AI‑Buddha zu treffen.

Der Stand des AI‑Buddhas spielte für die Generation 2030 die Rolle einer Seelen‑Beratungsstelle. Als ein junger Mann fragte: „Wegen meiner Sorgen um den Job kann ich nicht schlafen“, antwortete die KI mit einem Trostsatz unter Berufung auf Sutras — woraufhin manche Besucher sogar die Augen vor Rührung rot hatten. Beim Abschneiden von nur 1 cm Haar konnte man außerdem ein Erlebnis rund um den Auszug aus dem Kloster machen (das Leben als Ordensangehöriger).

Die Seoul International Buddhist Expo als urbanes Festival für traditionelle Kultur

Auf der anderen Seite des COEX veranstaltete der Tempel Bongeunsa ein „Yadanbeoseok“-Party‑Event, bei dem der Rapper Woo Won-jae und DJ Soda die Tonfolge der Herz‑Sutra mit Hip‑Hop‑ und DJ‑Sets kombinierten. Die Reaktionen auf die Videos, die sich in den sozialen Medien in Sekundenschnelle verbreiteten, überschlugen sich: „Das ist Buddha‑Handmanagement“, „Das will ich nächstes Jahr unbedingt besuchen“. In dieser Nacht wurde ein traditioneller Tempel zur Bühne für die angesagtesten Darbietungen.

Die Kennzahlen zeigten, dass es längst nicht mehr nur um eine religiöse Veranstaltung geht: Von Mönchen aus ganz Korea bis hin zu Besuchern, die in Nonnenkleidung kamen — religionsübergreifend, mit einem Anteil der MZ‑Generation von 77,6% und einem Anteil von Besuchern ohne religiöses Bekenntnis von 52,1%. Das machte deutlich, dass hier eine Lifestyle‑ und Content‑Plattform auf Basis traditioneller Kultur begann, sich zu etablieren.

Dass dazu auch Unterstützung und Sponsoring von 30 Unternehmen und Partnern wie Starbucks und Maeil Youp sowie von staatlichen und öffentlichen Institutionen — darunter das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus — beitrugen, wurde sichtbar: Diese Ausstellung zeigte Möglichkeiten eines Kulturindustrie‑Hubs, nicht mehr nur einer religiösen Messe.

Die 2026 Seoul International Buddhist Expo fand vom 2. bis 5. April in Seouls COEX Halle B statt, und in vier Tagen kamen rund 250.000 Besucher. Die Leidenschaft für buddhistische Kultur geht weiter: Vom 11. bis 14. Juni im Daegu EXCO (Ostflügel) mit der „Korea Buddhist Culture Expo“; und vom 6. bis 9. August in Busan im BEXCO mit der „Busan International Buddhist Expo“.