Tagesausflug zur Meditation in Magoksa – ein Tag, der unter verblasstem 단청 zum Stillstand kommt

Die Zeit, von der das verblasste 단청 erzählt

Magoksa soll in der Zeit von König Mu-wang von Baekje gegründet worden sein, im Jahr 643, als der hochgelehrte Mönch Jajang-yulsa von Silla den Tempel errichtete. Die wissenschaftliche Debatte über den genauen Zeitpunkt der Gründung und den Verantwortlichen dafür läuft zwar bis heute weiter, doch dass dieser Tempel viele lange Jahre überdauert hat, sagt das Gebäude als Erstes.

Das Herzstück des Tempels, die Dae-gwangbo-jeon-Halle, prägt Magoksa vor allem durch das verblasste 단청. Farben, die man nicht neu aufgetragen hat, entlarven paradoxerweise gerade das Alter der Anlage. Die Daeungbo-jeon-, die Yeongsan-jeon- und die Hongseongnu-Halle stehen dabei zusammen, und der Trainings- und Meditationsraum, das Tae-hwa-seon-won, liegt am Hang.

Magoksa gehört zu den sieben Tempeln, die in die 2018 bei der UNESCO als Welterbe eingetragene Reihe „산사, 한국의 산지승원“ aufgenommen wurden. Als Begründung für die Eintragung galt, dass sich Berg und Tempel zu einer Landschaft verbinden und so die Tradition des spirituellen Übens bis in die Gegenwart fortsetzen. Blickt man Magoksa als Ziel für eine Meditationsreise an, lässt sich dieser Punkt kaum einfach übergehen. Die Stille hier ist nicht für den Tourismus geschaffen, sondern über lange Zeit für die Praxis bewahrt worden.

Der Weg, den Kim Gu ging: der Baekbeom-Meditationsweg

Ein weiteres Element, das Magoksa als Meditationsreiseziel auszeichnet, ist der Baekbeom-Meditationsweg, der hinter dem Tempel weiterführt. Der Weg wurde entlang einer Route angelegt, der zufolge der Unabhängigkeitsaktivist Kim Gu hier seine Zeit verbrachte, sich im Tempel versteckte und betete, während er mit den Gedanken an die Sache des Landes nachsann und dabei ging.

Der Weg ist in drei Kurse unterteilt. Man kann je nach Gehtempo und Kondition auswählen, sodass er sowohl in einen Tages- als auch in einen Zweitagesplan gut passt. Im Inneren des Tempels befindet sich außerdem die Baekbeom-Halle; wenn man sie vor oder nach dem Gehen aufsucht, verankert sich die Geschichte des Weges noch stärker im eigenen Erleben.

Beim Meditieren auf Reisen ist Gehen ebenso wichtig wie Sitzen. Für Menschen, denen die Praxis im Sitzen fremd ist, wird die Zeit, in der man einen Waldpfad langsam zu Fuß geht, zu einem natürlichen Einstieg. Wenn man das Tempo des Gehens verlangsamt und sich nur an den Empfindungen orientiert, die an den Fußsohlen ankommen, steht bereits die Grundform des achtsamen Gehens. Der Baekbeom-Meditationsweg ist – wie sein Name es sagt – genau auf solche Schritte abgestimmt.

Magoksa als Temple Stay: einen Tag des Tempellebens so leben, wie er ist

Magoksa bietet Temple Stays an. Der von der Korea Buddhist Culture Business Foundation verwaltete Temple Stay wird in der Regel in Tages-, Erlebnis- und Erholungs- beziehungsweise Gruppenformen unterteilt. Beim Erlebnistyp nehmen die Gäste meist an einem Programm über eine Nacht und zwei Tage teil. Beim Erholungstyp sind es dagegen nur Mahlzeiten für die Tempelrituale und das Gebet, und der restliche Teil der Zeit wird selbst genutzt.

Die Aktivitäten im Tempel bestehen aus einer Führung durch das Kloster, Meditationsübungen im Sitzen, einem Gespräch mit dem Mönch, einer Mahlzeit im Schalenritual, Gebeten und 108 Verbeugungen. Da sich Programmaufbau und Teilnahmegebühren je nach Saison ändern, ist es am genauesten, vor einem Besuch die offizielle Seite von Magoksa zu Temple Stays zu prüfen. Für Anfragen gilt die Nummer 041-841-6226.

Wer zum ersten Mal einen Tempel aufsucht, dem ist der Erholungstyp besonders zu empfehlen. Wenn man zu festen Zeiten nur an Gebet und Mahlzeitritual teilnimmt und die übrige Zeit damit verbringt, den Baekbeom-Meditationsweg zu gehen oder am Rand des Tals zu sitzen, passt das gut zur Geografie von Magoksa.

Zusammen mit einem Mönch beim Temple Stay
Zusammen mit einem Mönch beim Temple Stay.

Jeden Samstag öffnet der Meditationskurs in Magoksa seine Türen

Wenn man den Tag nicht einfach nur mit einem einzelnen Erlebnis beenden will, gibt es noch ein weiteres Programm, das sich lohnt. Es handelt sich um den Meditationskurs, den die buddhistische Hochschule von Magoksa betreibt. Magoksa beschreibt das Programm so: „Mut, inmitten eines geschäftigen Tages für einen Moment stehen zu bleiben – dieser eine Schritt verändert Ihr Leben.“ Der Kurs erklärt Meditation als eine Erweiterung dessen, was im Moment des Innehaltens entsteht. Während man sich auf den Atem konzentriert, sei es eine Zeit, in der Gefühle, die tief im Inneren zurückgeblieben waren, in ihrer eigenen Form anerkannt und angenommen werden.

Der Meditationskurs findet jeden Samstag von 9 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags statt. Eine Teilnahme am Vormittag und am Nachmittag ist flexibel möglich, sodass man je nach Plan auch nur einen halben Tag dabei sein kann. Am Vormittag beginnt man mit Dehnübungen und Aufwärmen mit Foam Roller, geht dann über zu 108 Verbeugungen und Meditation. Nach der Mittagsmahlzeit für das Tempelritual folgen Teezeit, Spaziergang und Gehmeditation. Ab 14 Uhr beginnt man erneut mit der Meditation, und ab 15 Uhr gibt es eine persönliche Sprechstunde mit dem leitenden Lehrer. Den Abschluss bildet die Rückkehrzeremonie um 16 Uhr.

Zuerst wird der Körper gelockert, dann folgt der Tempelritus, danach das Sitzen, das Gehen und schließlich wieder das Sitzen. Die Stelle, die Menschen am schwierigsten finden, die mit Meditation zum ersten Mal in Berührung kommen, ist, dass es sich nicht sofort ruhig anfühlt, sobald man sich hinsetzt. Diese Reihenfolge nimmt diese Last jedoch schon von Anfang an. Auch auffällig ist, dass die persönliche Sprechstunde als fester Bestandteil im regulären Zeitplan eingeplant ist. Wenn man allein sitzt, gibt es keinen Weg zu prüfen, ob man es richtig macht. Dass man jede Woche jemanden fragen kann, macht für Einsteiger einen größeren Unterschied, als man vielleicht denkt.

Der Leiter ist Tong-yeon-nim, der Amtsleiter der Tempelverwaltung von Magoksa. Er absolvierte die Abteilung für Buddhologie an der Dongguk University und arbeitete anschließend als Dozent an der buddhistischen Hochschule in Seoul bei Gilsangsa. Die Kursgebühr beträgt 120.000 Won pro Monat, eine Einheit zum Kennenlernen ist kostenlos. Anmeldungen und Anfragen können über Tong-yeon-nim (010-5776-4030) oder die zuständige Person (010-5750-9277) erfolgen.

Für wen Magoksa den Meditationskurs empfiehlt, ist klar umrissen. Menschen, die ihren Kopf nicht zur Ruhe bekommen und sich mehr seelische Gelassenheit wünschen. Menschen, die in Stress und Angst ihren Mittelpunkt finden wollen. Menschen, die so leben möchten, wie sie selbst sind. Und Menschen, die Meditation selbstverständlich in den Alltag integrieren möchten.

Mittwochabend: klare Meditation inmitten der Großstadt

Magoksa betreibt außerdem ein Programm zur „Seon-myeong-sang“-Meditation. Es definiert sich als Praxis, bei der man den Seon (禪) so betrachtet, wie er ist, und erläutert es als einen Prozess, in dem man lernt, ein Leben zu führen, das in diesem Moment wach ist – ohne sich von Gedanken und Gefühlen mitreißen zu lassen.

Die Seon-myeong-sang-Session am Samstag findet im Maehwa-dang von Magoksa statt. Zuerst werden der Körper mit Foam Roller und 108 Verbeugungen aktiviert, dann folgt Zen-Sitzen und die Mittagsschale für das Tempelritual – und danach wieder Zen-Sitzen. Wer in der Stadt Gongju teilnehmen möchte, kann am Mittwoch einen Seon-myeong-sang-Kurs besuchen. In der buddhistischen Gemeindeverwaltung von Gongju wird jede Woche mittwochs von 19.30 Uhr bis 21 Uhr in einem kurzen, klaren Ablauf gearbeitet: mit Dehnübungen und Zen-Sitzen. Mit einerinhalb Stunden am Wochentagabend kann man sich so auch in der Großstadt das Sitzen zur Gewohnheit machen.

Magoksa als Meditationsreise

Da in Korea immer mehr Wellness-Reiseziele beworben werden, sind auch Räume zahlreich geworden, die mit Heilung und Erholung werben. Vor diesem Hintergrund besteht eine Stärke von Magoksa nicht darin, neue Inhalte zu schaffen, sondern darin, bereits vorhandene Zeit für die Gäste bereitzustellen. In einem Ensemble treffen sich der Übungsraum Tae-hwa-seon-won, der als Trainingsstätte überliefert wurde, die Landschaft eines Berg-Tempels, die als Weltkulturerbe anerkannt wurde, und ein Waldpfad, in dem die Gedankengänge historischer Persönlichkeiten mitschwingen.

Auch wenn man den Tempel ausländischen Besuchern vorstellt, lässt sich diese Kombination leicht erklären. Die Struktur, in der sich Berge, Tempel und Wege zu einem Ganzen verbinden, ist ein Charakteristikum der koreanischen Bergtempel. Gehen und Sitzen sowie Essen und Ruhe werden so in einen einzigen Tag natürlich eingebettet. Aus der Perspektive, Meditation als Reiseprodukt zu gestalten, ist es ein Ort, an dem sich ein Tagesplan auch ohne zusätzliche Programmpunkte vollständig zusammenstellen lässt.

Man steht kurz vor dem verblassten 단청, dreht dann einmal am Baekbeom-Meditationsweg seine Runde, nimmt am Abendgebet teil und schläft früh ein. Was Magoksa anbietet, ist genau diese Art von schlichter Einfachheit. Und gerade diese Einfachheit ist es, die man heute am schwierigsten bekommt. Wenn man sich mit einem einzigen Besuch nicht zufriedengeben will, kann man am Samstagmorgen um neun Uhr diese Tempelpforten erneut öffnen und hier eintreten.

Presseanfragen: fare3041@naver.com