Jedes siebte europäische Kind hat Schwierigkeiten mit der psychischen Gesundheit… Als diesjährigen Schwerpunkt galten Einschlafrituale und bildschirmfreie Zeiten, ein Verständnis für das Nervensystem sowie Reisen mit Rücksicht auf die Sinne

Die Kinder-Wellness wandert von den Zusatzangeboten der Spa-Industrie hin zu einer Frage der Alltagsgestaltung in den Familien. Das „2026 Child Wellness Initiative Trend“ genannte Papier, das das Global Wellness Institute (Global Wellness Institute, GWI) am 7. April vorgelegt hat, ordnet diese Entwicklung in drei Stränge. Der Vorsitz liegt bei Christine Clinton (Christine Clinton) vom US-amerikanischen International Spa and Salon Services. Als stellvertretende Vorsitzende amtiert Connie Morris, Gründerin von Budding Yoga.
In Europa erlebt jedes siebte Kind psychische Belastungen
Die im Bericht genannten Zahlen zeichnen ein Bild der Lage rund um den Gemütszustand von Kindern. In Europa hat jedes siebte Kind Schwierigkeiten mit der psychischen Gesundheit. In China wurden 17,5% der Kinder zwischen sechs und sechzehn Jahren erfasst, die psychische Störungen erlebt haben. Bei amerikanischen Jugendlichen wurden Angststörungen mit 16% ermittelt, Depressionen mit 8,4% und Verhaltens- und Betrugsprobleme mit 6,3%.
Auch körperbezogene Kennzahlen wurden zugleich präsentiert. Im weltweiten Durchschnitt erreichen 80% der Jugendlichen im schulpflichtigen Alter nicht die empfohlene Menge an körperlicher Aktivität. Die Bevölkerung, die unter die Neurodiversität fällt, wird auf 10 bis 20% der Weltbevölkerung geschätzt.
Erstens: Wellness-Rituale, die die Familie gemeinsam lebt
Der erste Strang ist das holistische Wellness-Ritual innerhalb der Familie. Dazu gehören das Festlegen der Reihenfolge beim Zubettgehen, das gemeinsame Erstellen von Morgenroutinen, das kurze Gehen nach dem Essen und die Zeit am Abend, in der man bei warmen Getränken gemeinsam die Bildschirme herunterfährt.
Es geht dabei nicht um einzelne Programme oder Produkte, sondern um die Wiederherstellung des Familienzusammenhalts durch sich wiederholende Abläufe. Statt die Meditation oder das Achtsamkeitstraining als eigenes Zeitfenster herauszulösen, entspricht es eher einem Ansatz, bei dem man stille Punkte in die verschiedenen Abschnitte des Tages einbaut.

Zweitens: Ernährung, die Darmmikrobiom und Nervensystem gemeinsam betrachtet
Der zweite Punkt ist die Ernährung. Betont werden die Aufnahme von Probiotika und Präbiotika sowie die Einnahme verschiedener Lebensmittelgruppen; besonders wichtig sei dabei die Zeit vom 1. bis 3. Lebensjahr. Außerdem wurde der Weg beschrieben, Zucker und verarbeitete Lebensmittel zu reduzieren.
Besonders auffällig ist, dass in diesem Abschnitt Neuro-System-Literacy, natürliche Exposition und Achtsamkeitsaktivitäten gemeinsam gebündelt sind. Die Perspektive lautet: Man ordnet das Thema Essen nicht allein dem Bereich der Verdauung zu, sondern verknüpft es mit dem Zustand des Nervensystems des Kindes. Damit wird das Training zu einem Teil des Ernährungsmanagements: Eltern und Kinder sollen gemeinsam wahrnehmen können, ob das Kind gerade stabil oder aufgeregt ist.
Drittens: Familienreisen und Spa mit Rücksicht auf die Sinne
Der dritte Strang sind Familienreisen und Spa. Dabei geht es um die Beobachtung, dass mehr Einrichtungen mit Personal arbeiten, das in Schulungen zum Verständnis von Neurodiversität unterrichtet wurde, dass es Zertifizierungen gibt, die auf die Empfindlichkeiten gegenüber Sinnesreizen eingehen, und dass die Auswahl an Unterkünften wächst, die das Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellen.
Die Richtung zielt darauf ab, dass Einrichtungen die Voraussetzungen im Voraus schaffen, damit Kinder, die empfindlich auf Geräusche und Beleuchtung sowie auf das Ausmaß der Belebtheit reagieren, gemeinsam mit den Eltern bleiben können. Dazu werden praktische Formen dieser Entwicklung diskutiert, etwa ruhige Wartebereiche, Zimmer mit steuerbarer Beleuchtung und Verfahren, bei denen man bereits in der Buchungsphase Sinneswünsche erfragt.
An welchen Stellen sich das heimische Wellness-Geschehen orientieren kann
Auch im Inland nehmen Wellness-Reisen für Familien und Yoga- sowie Meditationsprogramme für Kinder zu. Die drei von GWI beschriebenen Stränge legen das Gewicht weniger darauf, Programme neu zu schaffen, sondern eher darauf, bereits vorhandene Einrichtungen und Alltagsabläufe schrittweise anzupassen. Als Erstes ins Auge fallen Punkte, die sich ohne große Investitionen starten lassen, etwa das Festhalten von Bedingungen zur Rücksicht auf die Sinne in Hinweisschreiben oder das Einplanen kurzer Atemübungen, die Familien gemeinsam machen, in die Unterkunftspläne.
