
Eine KakaoTalk-Benachrichtigung, die signalisiert: „Es ist eine Nachricht angekommen.“
Unendlich viele YouTube-Shorts, die man immer wieder ansieht.
Der Alltag moderner Menschen ist voller Reize.
Dazwischen wirkt „sich um das eigene Innere kümmern“ wie eine längst vergangene Geschichte.
Man hat sich zwar schon mehr als einmal vorgenommen, mit der Meditation zu beginnen, doch wenn man dann wirklich starten will, ist oft völlig unklar, wo man überhaupt ansetzen soll.
Genau für diese Ratlosigkeit ist nun ein konkretes Übungs- und Arbeitsbuch erschienen.
Es heißt 『Arbeitsbuch für Achtsamkeitsmeditationen in 10 Tagen』 von Benjamin W. Decker (übersetzt von Lee Hye-jin, Unju-sa, 184 Seiten, 15.800 Won).
Als Band 13 der Reihe „Daewon-Buddhistische Kultur-Bibliothek“ richtet sich dieses Buch an alle, die Meditation lieber durch Praxis statt durch Theorie kennenlernen möchten: Es schenkt ihnen einen ausreichend kurzen, aber zugleich sehr fokussierten Zeitraum von zehn Tagen.
„Meditation ist nicht etwas, das man nur weiß – man übt es.“
Der Autor, Benjamin W. Decker, ist ein weltweit gefragter Meditationslehrer und Bestseller-Autor, der in Los Angeles, USA, aktiv ist. Als Pionier eines modernen Meditationsstudios „Unplugged Meditation“ sowie als Gründer-Leiter der globalen Wellness-Marke „Wonderlust“ wurde er zudem sowohl in der 《New York Times》 als auch in der 《Forbes》 vorgestellt.
Was er in diesem Buch als Erstes hervorhebt, ist ein schlichtes, aber schwerwiegendes Prinzip: Meditation ist nicht „Theorie“, sondern „Praxis“. Erst wenn man sie mit dem Körper einübt und mit dem Herzen erfährt, wird sie wirklich zu der eigenen. Deshalb steht im Mittelpunkt des gesamten Buches: „Einfach selbst ausprobieren“. Anstatt ausführlicher philosophischer Erklärungen zur Meditation führt das Buch Sie vielmehr dazu, insgesamt zehn Meditationsmethoden – Schritt für Schritt – ganz direkt zu erleben.
Jede Meditationsmethode ist so aufgebaut, dass Bedeutung und Wirkung, das benötigte Material, konkrete Übungsanleitungen, vertiefende Hinweise zum weiteren Eintauchen sowie ein Arbeitsbuch-Format zum direkten Festhalten eigener Erfahrungen gemeinsam enthalten sind. Es geht nicht nur darum, etwas nachzumachen – vielmehr ist es so gestaltet, dass Sie Ihr Inneres selbst beobachten und dokumentieren und dadurch zum „Akteur“ Ihrer eigenen Praxis werden.
Östliche Weisheit trifft moderne Neurowissenschaft
Der besondere Grund, warum Deckers Meditationsmethoden so besonders sind, liegt darin, dass sie in keiner bestimmten Religion oder Tradition gefangen sind. Nachdem er – unter anderem Buddhismus und Hinduismus, aber auch jüdisch-christliche Traditionen sowie islamische Überlieferungen und die Praktiken verschiedenster Kulturkreise – breit erforscht und selbst geübt hat, bringt er diese Weisheiten in diesem Buch behutsam in die Sprache moderner Menschen.
Hinzu kommt die neueste Forschung aus der Neurowissenschaft. Die Ergebnisse, dass Meditation das Gehirn tatsächlich physisch verändert und Bereiche aktiviert, die mit Lernen, Kognition, Gedächtnis und Emotionsregulation zusammenhängen, sowie dass sie nachweislich Stress reduziert, den Blutdruck senkt und das Gefühl von Glück steigert, sind an vielen Stellen im Buch auf natürliche Weise eingewoben. So zeigt das Buch überzeugend, dass Meditation keine mystische spirituelle Erfahrung ist, sondern eine wissenschaftlich begründete Übung, die das Leben bereichert.
Die Hürde der Meditation senken – für Einsteiger und Fortgeschrittene
Das größte Plus dieses Buches ist, dass die Einstiegshürde niedrig ist. Wenn man einen ruhigen Raum, einen Stuhl oder ein Kissen, ein kleines Notizheft und nur etwa zehn Minuten pro Tag hat, kann es im Grunde jeder sofort beginnen. Es sind weder besondere Vorbereitungen noch eine besondere Haltung oder ein besonderes Glaubensbekenntnis nötig.
Für Menschen, die Meditation zum ersten Mal kennenlernen, ist es ein freundliches Einführungsbuch; für diejenigen, die bereits Übungserfahrung haben, wird es zu einem praktischen Ratgeber, der neue Techniken erschließt und der der Praxis Antrieb und Inspiration gibt. Dieses Programm ist so durchdacht, dass es in kurzer Zeit Konzentration, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Fähigkeiten zur Selbstregulation systematisch stärkt. Gerade für vielbeschäftigte moderne Menschen liefert es eine besonders alltagstaugliche und langfristig umsetzbare Methodik.
Die Übersetzerin, Professorin Lee Hye-jin, erhielt in Madison, Wisconsin (USA), unter der Anleitung von Professor Richard Davidson – einem Pionier der Meditationswissenschaft – den Doktortitel in Klinischer Psychologie. Sie ist derzeit als Professorin an der Fakultät für Psychologie der Jeonnam National University tätig und forscht über die Wirkung von Achtsamkeit. Die Übersetzung bewahrt die Wärme und Praktikabilität des Originals und erhöht so die Gesamtqualität des Buches.
Es muss nicht perfekt sein – wieder anzufangen ist schon Praxis
Was der Autor über das ganze Buch hinweg wiederholt betont, ist „das Herz eines Anfängers“. Eine offene Haltung, ohne zu urteilen oder zu bewerten, wenn man mit einer neuen Praxis konfrontiert wird. Sie müssen sich nicht die Schuld geben, wenn an einem Tag die Meditation nicht gut gelingt oder wenn Sie die zehn Tage nicht geschafft haben. Denn schon der Prozess, in dem man wieder weitermacht, ist an sich bereits Praxis.
Zehn Tage sind kurz. Doch die darin gesäten Samen bleiben lange. Ein kurzes Erleben, bei dem man die Aufmerksamkeit auf den Atem lenkt; ein einziger Moment, in dem sich beim Gehen die Empfindungen an der Fußsohle aufbauen – all das summiert sich und verändert nach und nach die Art, wie man dem Leben begegnet. Meditation ist nicht nur etwas, das man in einem Bergkloster oder in stillen Tempeln macht. Sie beginnt in diesem Augenblick – damit, dass man den eigenen Atem bewusst wahrnimmt.
