
Am Ende des Sommers: Ein Meditationsfestival mitten in Seoul
In der U-Bahn-Station Hageoyu-dong SETEC in Gangnam eröffnet die 7. Seoul International Meditation Expo ‚2026 Meditation, together awaken‘ am 22. August ihre Türen.
Meditation gilt leicht als etwas, das man allein tut. In Wahrheit wird die Kraft der Praxis jedoch deutlich spürbarer, wenn man gemeinsam sitzt. Deshalb lässt sich das diesjährige Motto „Together awaken“ nicht einfach als Parole abtun.
Die Expo wird vom Jonghak-Forschungsinstitut der Dongguk-Universität (Institut für buddhistische Gelehrsamkeit) veranstaltet und vom Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus gefördert. Vom 22. August bis zum 18. September läuft sie in vier Bereichen – Erlebnis, Wissenschaft, Bildung und Kultur. In diesem Jahr werden die Reihenfolge und die Abläufe wegen der Buchungstermine im SETEC im Vergleich zu den Vorjahren getauscht: Zuerst startet das Erlebnisteil-Programm, und die wissenschaftliche Programmreihe, die Meditationskonferenz, folgt im September.
35 Stände aus dem In- und Ausland: Meditation, die man an den Fingerspitzen spürt
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen 35 Meditations-Erlebnisstände aus dem In- und Ausland. 24 Stände aus dem Inland und 11 Stände aus der Welt sind nebeneinander aufgebaut.
An den Erlebnisständen warten 24 Programme: Atemmeditation, Gehmeditation, Körperwahrnehmung, Achtsamkeit, Meditationsberatung, Meditation mit Hilfe von Gehirnwellen sowie Sunmyeong-Meditation. Alle Programme werden so durchgeführt, dass die Teilnehmenden die Übungen direkt unter Anleitung von Fachleuten mit dem eigenen Körper ausprobieren. Zwischen Meditation, die man nur in Büchern liest, und Meditation, die man mit dem Körper erfährt, liegt jedoch ein unüberwindbarer Fluss. Der Wert dieser Expo besteht darin, dass sie diesen Fluss in nur einem Tag überwindbar macht.
Von der Ganhwa-Seon bis zum Ishihasum: Praxis-Traditionen über Grenzen hinweg
Unter den Ständen zur Weltmeditation sticht vor allem dieser Bereich hervor. Hier können Besucher die traditionellen Meditationsmethoden aus 11 Ländern – darunter die koreanische Ganhwa-Seon – kennenlernen, ebenso wie zeitgemäß neu interpretierte Praxisformen.
Auf einer am 10. August abgehaltenen Pressekonferenz wurde ein Teil davon bereits im Voraus gezeigt. In der von Professor Park Gyu-ri moderierten Veranstaltung stellte Beom Jun-sŭnim Plum Village Meditationslieder und das Coaching zur „Deul-sŭp Deul-sŭp“-Übung vor. Der Ablauf: die eigenen Gedanken und Gefühle betrachten, den Atem wahrnehmen und dann mit einer „Jojakseol Atemmeditation“ neue Energie tanken. Beom Jun-sŭnim sagte, der Mönch Thich Nhat Hanh habe das gemeinsame Üben und das Sammeln der Energie der Gemeinschaft als besonders wichtig hervorgehoben.
Auch die Ishihasum-Meditation aus der Tradition der Russisch-Orthodoxen Kirche, die Beop Il-sŭnim vorstellte, ist beeindruckend. Beop Il-sŭnim erklärte, dass sich zwar die Gebetsweisen je nach Religion unterscheiden könnten, dass aber alle Meditationen das Ziel hätten, zerstreute Gedanken zu beruhigen. Außerdem sei Meditation darin den buddhistischen Kwanseon- (Betrachtungs-)Meditationen ähnlich, dass man sich auf ein bestimmtes Bild konzentriere. Zudem wurde die Anapanasati-Meditation aus Myanmar vorgestellt.
Die Szene, in der sich unterschiedliche Praxisweisen aus verschiedenen Religionen und Kulturkreisen unter einer gemeinsamen Sprache namens „Meditation“ nebeneinander anordnen, ist an sich schon eine Botschaft. Für Menschen, die eine Methode der Zuwendung zum eigenen Herzen passend zum eigenen Leben auswählen möchten, ist es kaum ein effizienterer Ort als dieser.
Eröffnungsfeier: Heilende Klänge aus Gong und Beop-go
Die Eröffnungsfeier findet am 22. August um 13:30 Uhr statt. Yong Hee-jin und Kim Hye-jin werden mit Gong und Beop-go die heilenden Klänge von Sunyata (Gong) darbieten. Wer bereits die Erfahrung gemacht hat, wie der Klang den Körper durchdringt, dem empfiehlt sich, diese Reihenfolge nicht zu verpassen.
Die Erlebnisveranstaltungen laufen an zwei Tagen, am 22. und 23. August, jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr. Über eine vorherige Anmeldung kann man an den einzelnen Programmen teilnehmen; falls noch Restplätze vorhanden sind, ist am selben Tag auch eine Anmeldung vor Ort möglich. Alle Teilnehmenden erhalten ein Willkommensgeschenk, außerdem gibt es ein Event per Verlosung.
Im September: Eine Konferenz, auf der sich internationale Meditations-Expertinnen und -Experten treffen
Das wissenschaftliche Programm findet vom 17. September für zwei Tage statt – im 3. Stock des Hauptgebäudes der Dongguk-Universität im Namsan-Saal.
Am ersten Tag lautet das Thema „Sunmyeong in der Technik- und Wissenschaftszeit“. Dongguk-Universität Ehren-Professor Su-bul-sŭnim, Professor Minas Kapat Aps Chapman University, der emeritierte Professor Shizuka Sasaki von der Hanazono-Universität sowie der emeritierte Professor Yu Gi-jun von der Sangji-Universität nehmen teil und beleuchten die reflektierende Bedeutung und den praktischen Wert der Sunmyeong-Meditation.
Am zweiten Tag, dem 18. September, lautet das Thema „Der wellnessbezogene Wert der Sunmyeong-Meditation“. Yong Ta-sŭnim, Direktor des Verwaltungsrats der Stiftung Happy Village, Rashed Aliyev, Assistenzprofessor an der ADA-Universität in Aserbaidschan und zugleich Leiter des Innovationszentrums, Tübten Tendar, Direktor des Nonviolence Summer Institute an der University of Rhode Island (USA), sowie Ahn Hee-young, Direktorin des Korea-MBSR-Instituts für Achtsamkeit, stellen moderne Einsatzmöglichkeiten der Meditation vor. Für Menschen, die sich die Szene ansehen möchten, in der Meditation über die Grenzen von Religion hinaus in die Sprache des Wellness übersetzt wird, ist dies eine empfehlenswerte Sitzung.
Am selben Tag findet um 16:30 Uhr im Namsan-Saal außerdem ein Sunmyeong-Konzert statt. Auf der Bühne treten ein Fusion-Auftritt, den Menschen aller Altersgruppen gemeinsam genießen können, sowie moderne Meditationsmusik auf.

Letztes Jahr eines Dreijahresforschungsprojekts: Meditation, gelesen über Gehirnwellen
Auch im Bildungsbereich werden leise Erfolge aufgebaut. Das im Juli begonnene Projekt zur Entwicklung eines buddhistischen Meditationsprogramms ist in die letzte Phase einer dreijährigen Forschungsaufgabe eingetreten. Im ersten Jahr wurden Beiträge in Zeitschriften wie KCI veröffentlicht, im zweiten Jahr wurden Vorschläge für eine politische Nutzung unterbreitet. In diesem Jahr ist das Ziel, Beiträge zu veröffentlichen, die Veränderungen der Gehirnwellen der Teilnehmenden vor und nach der Teilnahme analysieren, sowie die Fertigstellung eines dreistufigen buddhistischen Meditations-Ausbildungsprogramms „Glücklich erwachen“.
Auch Inhalte für Meditationsroutinen – jeweils in einer Länge von drei bis fünf Minuten, die sich im Alltag etwa beim Sitzen, Stehen oder Gehen nachmachen lassen – werden als kurze Videos produziert und verteilt. Die Hürde von drei Minuten am Tag wirkt zwar niedrig. Doch aus Sicht der Veranstalter ist es ein Versuch, der dem Ziel der Popularisierung von Meditation am unmittelbarsten entspricht.
Warum jetzt: Meditation
Das Jonghak-Forschungsinstitut nennt als Hintergrund der Expo den wachsenden Bedarf an psychischer Gesundheit und Selbstfürsorge in der modernen Gesellschaft. Man gehe davon aus, dass mit der schnellen voranschreitenden Digitalisierung, Kapitalisierung und Hyperindividualisierung immer mehr Menschen Stress und psychisches Leid ausgesetzt seien.
Das Jonghak-Forschungsinstitut erklärte, man habe – ausgehend von traditionellen buddhistischen Praxisformen – verschiedene moderne Meditationsmethoden entwickelt und verbreitet, um das Stressmanagement der Bevölkerung sowie die psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken. Zudem sei man mit der Verbreitung populärer und moderner Meditations-Wellness-Inhalte angetreten, um die Popularisierung und Internationalisierung der Meditation voranzutreiben.
Der Leiter des Jonghak-Forschungsinstituts, Jeong Do-sŭnim, sagte, man habe drei Ziele – Internationalisierung, Verankerung im Alltag und Popularisierung der Meditation – gesetzt und sich unermüdlich weiterentwickelt und vorbereitet, bis man nun seit sieben Jahren dort sei; viele hätten dabei Mühe gehabt und geforscht.
Sieben Jahre sind lange genug, damit sich eine Veranstaltung durch Gewohnheit „in Gang“ setzt. Dennoch: Schaut man auf die Programmausgestaltung dieses Jahres, werden immer noch neue Versuche hinzugefügt. Von Messungen der Gehirnwellen über Vergleichserlebnisse traditioneller Praktiken aus 11 Ländern bis hin zu Alltag-Meditationsvideos mit jeweils drei Minuten Länge. Der Kurs ist klar erkennbar: Meditation von einem besonderen Vorhaben besonderer Menschen in den Alltag aller zu übertragen.
Teilnahmehinweise
Die vorherige Anmeldung für die 7. Seoul International Meditation Expo ist über die offizielle Website (mind.dongguk.edu) sowie über den offiziellen Instagram-Account möglich. Die Eröffnung der Meditations-Erlebnisstände, die Meditationskonferenz und das Sunmyeong-Konzert werden live über den offiziellen YouTube-Kanal der Seoul International Meditation Expo und über BBS live übertragen.
Weitere Informationen: https://mind.dongguk.edu/front/
